Polizei geht von Einzeltätern aus - Jugendliche oft leichtsinnig

Kassel: Handyraub häuft sich seit Jahresbeginn

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Handyraub häuft sich seit Jahresbeginn

Kassel. Innerhalb von einer Woche sind in Kassel drei Jugendliche überfallen worden. Die Täter hatten es dabei jeweils auf die hochwertigen Handys ihrer Opfer abgesehen.

Zuletzt war am Mittwoch einer 16-jährigen Schülerin in der Nordstadt von zwei jungen Männern ihr Smartphone entrissen worden. Das ist ein Mobiltelefon mit Internetzugang, Kamera und weiteren Funktionen - eine Art Mini-Computer. Die Polizei geht von Einzeltaten aus. Eine Bande stecke vermutlich nicht dahinter, sagte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch.

Die Anzahl der Überfälle, bei denen Handys geraubt werden, sei seit mehreren Jahren rückläufig. Dennoch ruft die Polizei die Besitzer von i-Phones und anderen teuren Smartphones zu mehr Vorsicht auf. Gerade Jugendliche, die zum Teil pausenlos mit ihrem Handy hantierten, seien sich meist nicht bewusst, dass es sich dabei um einen Wertgegenstand handelt. Ein neues i-Phone kostet mehr als 600 Euro.

Wer sein Handy ständig am Ohr oder in der Hand habe, wecke Begehrlichkeiten und mache sich zum leichten Opfer, sagte Jungnitsch. Meist handele es sich bei den Tätern um ältere Jugendliche und junge Erwachsene, die sich gezielt körperlich unterlegene Opfer aussuchten. Dementsprechend seien fast ausschließlich Schüler von den Raubstraftaten betroffen. Die erbeuteten Geräte versuchten die Täter häufig auf Internetplattformen zu verkaufen.

Die Aufklärungsquote bei Handyraub sei hoch: Etwa 70 Prozent der Geräte könnten die Ermittler finden. Im Landkreis Kassel kommen Handyraub-Delikte laut Jungnitsch selten vor. In der Stadt wurden im Jahr 2009 bei der Polizei 33 Fälle angezeigt. 2011 waren es 23 Fälle. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Taten nach Angaben des Sprechers erneut rückläufig. Genaue Zahlen darf das Polizeipräsidium nicht herausgeben, bevor Hessens Innenminister Boris Rhein die Kriminalstatistik veröffentlicht.

Von Katja Rudolph

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