Angeklagter legt Geständnis ab

Die Maschinenpistole im Kleiderschrank: 26-jähriger Dealer aus Kassel muss für drei Jahre hinter Gitter

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Ein 26-jähriger Kasseler muss drei Jahre in Haft: So lautet das Urteil gegen den Drogen-Dealer, bei dem die Polizei auch ein ganzes Waffen-Arsenal gefunden hat.

Ein 26-jähriger Kasseler muss drei Jahre in Haft - hauptsächlich wegen Drogenhandel, doch die Polizei fand bei ihm auch ein ganzes Waffen-Arsenal.

Das Zimmer, das der 26-jährige Kasseler in der Wohnung der Eltern bewohnte, glich eher einer Waffenkammer: Eine Maschinenpistole, eine halbautomatische Pistole der Marke Sauer, ein Mauser-Repetiergewehr, ein Einhandmesser und ein Bajonettmesser fanden die Drogenfahnder der Kasseler Polizei im Kleiderschrank und anderen Möbeln des jungen Mannes.

Alle Waffen stammten zwar aus der Zeit um den Zweiten Weltkrieg, aber für alle gab es die passende Munition, alle waren funktionstüchtig.

Urteil hauptsächlich wegen Drogenhandel

Verurteilt wurde der 26-Jährige von der 11. Strafkammer des Landgerichts zu einer dreijährigen Haftstrafe aber vor allem wegen Drogenhandels. Denn neben dem Waffenarsenal wurden im November 2018 und im Mai dieses Jahres auch rund fünf Pfund Haschisch, knapp 400 Gramm Marihuana, 100 Gramm Amphetamine, ein LSD-Trip und 22 Flaschen mit Testosteron gefunden. Außerdem hatte der Angeklagte in seinem Zimmer alles vorrätig, was der moderne Dealer so braucht: drei Handys, ein Vakuumiergerät, eine Feinwaage und einen PC.

26-Jähriger legte ein umfassendes Geständnis ab

Vor Richter Gerd Rinninsland machte der junge Mann reinen Tisch und legte ein umfassendes Geständnis ab. Er habe selbst kräftig konsumiert, acht Joints habe er damals täglich geraucht, sagte Verteidiger Christopher Posch, der mit Staatsanwältin Heike Grothey-Mönch eine Verständigung aushandelte: Ein volles Geständnis für eine mildere Strafe. Statt der möglichen sieben Jahre muss der nicht vorbestrafte Kasseler nun nur drei Jahre hinter Gitter. 

Angeklagter verrät seine Hintermänner nicht

Der Deal gilt, obwohl er seine Hintermänner im Drogengeschäft nicht benannte. Die vielen Waffen, so Verteidiger Posch, habe er nur für diese unbekannten Täter aufbewahrt. Weil er Angst vor diesen Männern habe, wolle er auch die Namen nicht nennen. „Er hat den Fehler seines Lebens begangen und bereut das sehr“, sagte Posch. Sein Mandant werde die Haftstrafe akzeptieren und sich einer Therapie zum Drogenentzug unterziehen.

Sämtliche Drogen und die Waffen wurden eingezogen. Der junge Mann hat eine abgeschlossene Berufsausbildung und arbeitet in dem Job. Damit hat er gute Voraussetzungen, um den Absprung vom Dealen zu schaffen.

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