Durchschnittlicher Kasseler ist weiblich, 42 Jahre und Single

Kassel wächst weiter: Schon über 204.000 Einwohner

+
Kassel zieht an: Die Zahl der Einwohner ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, seit 2015 zählt die Stadt nach eigener Berechnung wieder mehr als 200.000 Bewohner. Unser Foto zeigt Menschenmassen beim Stadtfest in der Königsstraße.

Kassel. Nachdem die Marke von 200.000 Bewohnern im Jahr 2015 erstmals überschritten worden war, scheint sich der Wachstumskurs bei den Kasseler Einwohnerzahlen zu verfestigen: Ende 2017 wurde nun ein neuer Höchststand erreicht.

Die Tendenz zeige weiter nach oben, freute sich denn kürzlich auch Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) beim Neujahrsempfang im Rathaus.

Exakt 204.021 Bewohner weist die städtische Statistik, die sich auf Auszüge des Einwohnerregisters bezieht, zum 31. Dezember 2017 für Kassel aus. Ende des Jahres 2016 waren es noch 201.907 Kasseler gewesen. Und Ende 2007 waren gerade einmal 192.121 Stadtbewohner gezählt worden. Rein rechnerisch bedeutet das einen Anstieg um 11.900 Personen in den vergangenen zehn Jahren.

Nach den Daten aus dem Statistikatlas der Stadt ist der durchschnittliche Kasseler Bewohner aktuell:

  • weiblichen Geschlechts (50,8 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Frauen),
  • 42,5 Jahre alt,
  • lebt in einem Haushalt mit nur einer Person (51,7 Prozent aller Haushalte im Stadtgebiet)
  • und ist deutscher Staatsangehöriger (82 Prozent haben einen deutschen Pass).

Insgesamt sind in Kassel 109.533 Haushalte verzeichnet, 620 mehr als 2016. Durchschnittlich leben 1,8 Personen in einem Haushalt. In nur 17,3 Prozent der Haushalte leben Kinder, in 12,6 Prozent drei oder mehr Kinder. Der Stadtteil mit den meisten Bewohnern ist Nord-Holland (16.448), gefolgt vom Vorderen Westen (15.926) und Wehlheiden (14.385). Die wenigsten Einwohner hat Nordshausen (2082).

Wie die Kasseler gezählt werden:

Mehr als 204.000 Einwohner zählt die Stadt Kassel nach eigenen Angaben. Schaut man sich die Zahl des Statistischen Landesamtes an, hat die Stadt die Marke von 200.000 Einwohnern noch immer nicht überschritten. Informationen rund um die unterschiedlichen Werte:

Was sind die derzeit aktuellsten Einwohnerzahlen für die Stadt Kassel?

Nach der Statistik der Stadt hat Kassel 204.021 Einwohner – zum Stand 31. Dezember 2017. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes hat Kassel gerade einmal 199.062 Einwohner – zum Stand 31. Dezember 2016.

Wie erklären sich die unterschiedlichen Angaben?

Der Unterschied liegt nicht daran, dass die städtischen Daten ein Jahr aktueller sind als die amtlichen. Entscheidend ist: Die amtliche Einwohnerzahl und die Einwohnerzahl aus dem Einwohnerregister der Stadt sind Werte aus zwei unterschiedlichen Systemen. Zu keinem Zeitpunkt wird aus der Registerzahl die amtliche Einwohnerzahl.

Woher stammt die amtliche Einwohnerzahl?

Sie wird alle drei Monate vom Hessischen Statistischen Landesamt festgelegt. Basis ist der Stichtag des letzten Zensus (9. Mai 2011). Die amtliche Zahl bezieht sich auf die mit Hauptwohnung gemeldeten Einwohner und wird gebildet aus:

  • der Hinzurechnung von Zuzügen und Geburten
  • dem Abzug von Wegzügen und Sterbefällen
  • und den Änderungen im Wohnungsstatus (Wechsel von Haupt-/Nebenwohnung).

Nach den Meldungen der Stadt wird die amtliche Einwohnerzahl jeweils fortgeschrieben. Entscheidend ist die amtliche Zahl, wenn es um Geld geht: Schlüsselzuweisungen und Finanzausgleich richten sich danach, weil diese Einwohnerzahl für alle Städte nach einem einheitlichen Verfahren ermittelt wird.

Worauf basieren die Zahlen der städtischen Statistik?

Die von der Stadt veröffentlichte Einwohnerzahl beruht auf Auszügen aus dem Einwohnerregister. Der Datensatz wird einmal im Jahr (zum 31. Dezember) erstellt.

Nachteil: Im Einwohnerregister können Einträge enthalten sein, die nicht mehr aktuell sind – etwa bei Fortzügen ins Ausland, die der Meldebehörde nicht angezeigt werden.

Vorteil: Die Registerzahlen können auch für Stadtteile und Bezirke nach Kriterien wie Geschlecht, Alter und Staatsangehörigkeit ausgewertet werden. Das ist mit der amtlichen Zahl nicht möglich, denn diese liegt nur für die Stadt insgesamt vor.

Wie kommt die Differenz der Zahlen zustande?

Die Differenz der städtischen Registerzahl gegenüber der amtlichen Einwohnerzahl erklärt sich im Wesentlichen dadurch, dass diese Zahl nicht auf einer Fortschreibung ab einem bestimmten Stichtag beruht. Deshalb kann die Registerzahl der Stadt auch Fehler enthalten, die zuvor entstanden sind. Nach Einschätzung der Stadt ist die Registerauswertung trotz der bekannten, aber statistisch vernachlässigbaren Abweichungen für Planungszwecke unverzichtbar.

Und welche Einwohnerzahl ist nun die richtige?

Die Stadt Kassel gibt zu dieser Frage folgende diplomatische Stellungnahme ab: Sowohl die amtliche Einwohnerzahl als auch die Zahl aus dem Einwohnerregister sind aussagekräftig. Keine der beiden Zahlen ist ganz richtig oder ganz falsch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.