Ehrliche Finder und Menschenretter

Helden aus Kassel: Diese Menschen machen uns Hoffnung für das neue Jahr

Ehrlicher Finder: Uwe Cechowitz aus Oberzwehren fand in seinem Renault 5000 Euro und ein Sparbuch. Das gab er Cordelia und Siegfried Lippmann-Schulz aus Soltau zurück, denen früher der Wagen gehört hat. ARCHIV
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Ehrlicher Finder: Uwe Cechowitz aus Oberzwehren fand in seinem Renault 5000 Euro und ein Sparbuch. Das gab er Cordelia und Siegfried Lippmann-Schulz aus Soltau zurück, denen früher der Wagen gehört hat.

Was macht in der Pandemie Hoffnung? Menschen wie diese zum Beispiel. Sie haben Leben gerettet und tausende Euro zurückgeben, die verloren wurden. Wir stelle sie vor.

Kassel - Es gibt sie noch - ehrliche Menschen und Retter in der Not: Wir stellen einige Menschen aus Kassel vor, die im vergangenen Jahr besonders gehandelt haben.

Helden aus Kassel: Larosi (12) löscht ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus

Der zwölfjährige Larosi ist ein Held: Am Nachmittag des 17. Februar hat der Schüler ein Feuer im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der Heinrich-Steul-Straße im Stadtteil Forstfeld gelöscht. Der Brand war zuvor wohl von zwei Jugendlichen gelegt worden, die dort gezündelt haben sollen.

Der Sechstklässler, der mit einem Freund zu einem Supermarkt unterwegs war, hatte die Rauchentwicklung in dem Mehrfamilienhaus bemerkt und schnell reagiert. Er lief in den fünften Stock, wo es brannte. Dort klingelte er bei einer Bewohnerin, die ihm Wasser zum Löschen gab. Nachdem er das Feuer gelöscht hatte, verständigte der Zwölfjährige die Polizei.

Helden aus Kassel: Mann findet Tausende Euro im Gebrauchtwagen - und gibt sie zurück

5000 Euro und ein Sparbuch mit einem Guthaben von mehr als 17.000 Euro hat der 50-jährige Uwe Cechowitz aus Oberzwehren über vier Jahre in seinem Auto transportiert, ohne etwas zu ahnen.

Dem Wintereinbruch im Februar war es zu verdanken, dass Uwe Cechowitz auf das Geld gestoßen ist. Um sein Auto bei Bedarf freischaufeln zu können, hatte er einen Klappspaten hinter den Beifahrersitz gelegt. Als er den Spaten wieder aus dem Auto holen wollte, blieb er an der Fußmatte hinter dem Sitz hängen. Plötzlich kam ein Umschlag zum Vorschein. Darin entdeckte Cechowitz das Geld und das Sparbuch. Er habe keinen Moment gezögert, die Fundsachen der Polizei in Baunatal zu übergeben.

Wenige Tage später kamen die früheren Besitzer des Autos, denen das Geld gehörte, nach Kassel, um es sich abzuholen. Cordelia und Siegfried Lippmann-Schulz aus Soltau (Niedersachsen) waren so glücklich über den ehrlichen Finder, dass sie ihm neben Blumen einen Finderlohn in Höhe von 2210 Euro überreichten, wesentlich mehr, als dem Finder gesetzlich zustand. Sie wollten damit auch ein Zeichen setzen, dass sich Ehrlichkeit lohnt, so das Ehepaar.

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Helden aus Kassel: Zeitungsausträger bemerkt Feuer - und reagiert sofort

Torsten Rämisch ist seit vielen Jahren Zeitungsausträger der HNA. Der 49-jährige Mann aus Rothenditmold befand sich in der Nacht zum 4. August gegen 3.45 Uhr auf der Mittelfeldstraße, um die Zeitung auszutragen. Plötzlich sah er Flammen aus dem Dachstuhl des Hauses schlagen. Umgehend rief er bei der Feuerwehr an. Anschließend lief er zur Haustür der Nummer 23 und auch zum Nachbarhaus und klingelte bei allen Parteien.

„Es brennt, kommt alle raus, habe ich gerufen.“ Zum Glück hörten alle Bewohner, die kurz zuvor noch fest geschlafen hatten, seine Warnung. Alle verließen das Haus. Keiner von ihnen wurde verletzt. Zudem klemmte Rämisch die Fußmatte zwischen die Haustür, damit die Feuerwehrleute schneller ins Haus gelangen konnten.

Helden aus Kassel: Tramfahrer findet Tasche mit Tausenden Euro - Besitzer erleichtert

Ehrlich fährt am längsten: Das dachte sich so ähnlich der Kasseler Tramfahrer Manuel Fehr, als er Mitte November eine Tasche mit mehr als 8750 Euro in einer Kasseler Tram fand. Der 29-Jährige, der seit zweieinhalb Jahren bei der KVG arbeitet, meldete den wertvollen Fund sofort der Leitstelle. „Das ist doch selbstverständlich“, sagte er.

Wie sich herausstellte, hatte der 38 Jahre alte Mustafa Ali aus Essen die Umhängetasche in der Tramlinie 4 liegen lassen. Er wollte mit dem Geld in Kassel ein Auto kaufen. 20 Minuten nachdem er aus der Tram ausgestiegen war, war ihm der Verlust aufgefallen. Ali ging zur Polizei, wo ein Beamter überall herumtelefoniert habe. Nach mehr als zwei Stunden kam der erlösende Anruf der KVG, dass dort die Tasche abgegeben worden sei. (Ulrike Pflüger-Scherb und Katja Rudolph)

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