Fotoalbum aus Kassel aufgetaucht

Wo entstanden diese Fotos? Sammler bittet um Mithilfe

Das Gebäude: das Töchterheim Landhaus. Vermutlich existiert das Haus heute nicht mehr.
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Das Gebäude: das Töchterheim Landhaus. Vermutlich existiert das Haus heute nicht mehr.

Ein Sammler aus Kassel hat im Internet ein historisches Foto-Album ergattert. Jetzt bittet er um Mithilfe - Wo sind die Bilder entstanden?

  • Ein Sammler aus Kassel bittet um Mithilfe.
  • Er hat historische Fotos aus Kassel im Internet gefunden.
  • Sie zeigen ein Töchterheim in Kassel.

Kassel – Friedrich Forssman ist ein passionierter Sammler von Erinnerungsstücken an das alte Kassel. Besonders hat es ihm die Villenkolonie Mulang angetan. Aber auch darüber hinaus hat der Kasseler für sein Bildarchiv schon viele historische Aufnahmen gesammelt. Ein fast 100 Jahre altes Fotoalbum, das das Leben in einem Kasseler Töchterheim dokumentiert, hat er im Internet ersteigert. 

Es stand definitiv nicht im Mulang. Aber wo sonst? Und gibt es das Gebäude möglicherweise heute noch? Bei der Beantwortung dieser Fragen bittet er die HNA-Leser um Mithilfe.

Historische Fotos aufgetaucht: Sammler bittet um Mithilfe

Das Fotoalbum selbst bietet einige Hinweise. Es gehörte einst einer Herta Götze, die das Töchterheim als Schülerin einige Monate besuchte und sich in dem Album namentlich verewigt hat. Überschrieben ist es mit dem Titel „Meine Pensionszeit 1.9. 1924 bis 1.4. 1925“. Auch der Name der Einrichtung ist genannt: „Töchterheim Landhaus“.

Sie genossen offenbar die gemeinsame Zeit: die jungen Frauen im Töchterheim Landhaus vor der Haustür. 

In Töchterheimen wurden Mädchen aus gutem Haus beschult und vor allem in der Führung des Haushalts unterwiesen. Je nach Ausrichtung des Heims wurde aber auch durchaus höhere Bildung vermittelt, so Forssman. Die Bewohnerinnen wurden darin geschult, wie sie sich im gesellschaftlichen Leben zu bewegen hatten. 

Gehobenes Interieur: Das Landhaus war gut ausgestattet, aber sicherlich nicht luxuriös.

Zudem dienten die Einrichtungen – von denen es in Kassel damals zahlreiche gab – dazu, dass die jungen Frauen mit ihresgleichen Netzwerke knüpfen konnten.

Kassel: Wo entstanden diese historischen Fotos? Karnevalsfeier ist zu sehen

Aber neben all der Ausbildung gab es offenbar viele ausgelassene Momente. Dies dokumentiert das Fotoalbum eindrücklich. Auf vielen Fotos sieht man herumalbernde Damen. Zudem ist eine Karnevalsfeier festgehalten, zu der auch der Kontakt zu jungen Männern zugelassen war.

Karnevalsfeier: Es gab neben der Beschulung auch viele ausgelassene Momente.

Der genaue Standort des Töchterheims lässt sich nur erahnen. Anhand von Fotos, die die Blicke vom Landhaus auf die Stadt und den Herkules zeigen, lässt sich der Radius eingrenzen. Der Blick auf die Stadt zeigt etwa auch die Christuskirche in Wilhelmshöhe und die Jägerkaserne an der heutigen Ludwig-Mond-Straße. Damals blickte man auf beides noch über eine Freifläche. Der Standort muss sich also ungefähr im Bereich Dönche/ Marbachshöhe/ Brasselsberg befunden haben.

Blick vom Töchterheim auf Kassel: Diese Ansicht k önnte helfen, den Standort zu ermitteln. Links ist die Christuskirche, dahinter die Kirche Kirchditmold zu erkennen. Rechts die Umrisse der Jägerkaserne an der Ludwig-Mond-Straße.

Ob das Gebäude den Krieg überstanden hat, ist nicht bekannt. Forssman hat durch eigene Recherchen nichts in Erfahrung bringen können. Bekannt sind aber noch die Namen einiger Frauen, die mit Herta Götze gemeinsam das Töchterheim besuchten. Dazu zählten Anneliese Preuß, Ulla Schuster, Ilse Schleutzhoff und Elsa Geiger. Sie alle wurden von Herta Götze fotografiert.

Aufruf: Sammler aus Kassel bittet um Mithilfe

Aufruf: Wer Hinweise zum Töchterheim Landhaus und zu dessen Standort hat, schreibt bitte einen Brief an HNA, Lokalredaktion Kassel, Frankfurter Straße 168, 34121 Kassel oder eine E-Mail an: kassel@hna.de

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