Dobermann-Mischling wird Wesenstest unterzogen

Hund verletzte Schüler in Kassel: Tier wird frühestens in vier Wochen begutachtet

Kassel. Der Dobermann-Mischling, der mehrere Kinder in Kassel verletzte, soll von einem Sachverständigen begutachtet werden. Warum ist das bislang nicht passiert? Dazu liefern wir Fragen und Antworten:

Die Stadt hat den Hund am Mittwoch sichergestellt. Warum wurde nicht umgehend mit dem Tier ein Wesenstest gemacht? 

Der Hund muss sich erst an seine neue Umgebung gewöhnen. Er befindet sich seit Mittwoch in einer städtischen Unterbringungsstelle für vermeintlich gefährliche Hunde. Die Richtlinien der Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO) und die Standards für die Wesenstests geben vor, dass solch eine Begutachtung erst erfolgen darf, wenn das Tier sich mit der neuen Umgebung vertraut gemacht hat, sagt Stadtsprecher Claas Michaelis. Das dauert etwa vier Wochen. Schließlich solle der Wesenstest kein verfälschtes Bild abgeben. Wesensteste, die vor Ablauf dieser Frist gemacht würden, seien rechtlich anfechtbar.

Was passiert jetzt mit dem Hund?

Der Hund bleibt bis auf Weiteres in der städtischen Unterbringungsstelle, so Michaelis. Welche Konsequenzen aus den Vorfällen gezogen werden, entscheidet sich nach der Begutachtung.

Warum wurde der Halterin so viel Zeit nach dem ersten Vorfall vor zwei Wochen gegeben, um ihren Hund begutachten zu lassen?

Ein Termin zur Begutachtung stand nach dem ersten Vorfall bereits fest, so Michaelis. Wesensteste dürfen in Hessen nur von anerkannten (berufenen) Sachverständigen gemacht werden. Die Vorlaufzeit für einen Termin zum Wesenstest dauert erfahrungsgemäß mehrere Wochen. Das Ordnungsamt habe den Termin mit dem Sachverständigen schnellstmöglich vereinbart.

Hätte die Stadt nicht früher reagieren und den Hund einem Wesenstest unterziehen müssen?

Die Stadt habe nach dem ersten Vorfall angemessen reagiert, so Michaelis. Bis dahin seien weder der Hund noch dessen Halterin in irgendeiner Weise auffällig geworden. Die Halterin hatte nach dem ersten Vorfall die Auflage, dass der Hund in jedem Fall an der Leine und mit einem Maulkorb zu führen ist. „Diese Auflage ist offensichtlich nicht erfüllt worden“, so der Stadtsprecher.

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