Alte Bilder - "Ein Blick 110 Jahre zurück"

So sah Kassel im Jahr 1906 aus: Hier sehen Sie die historischen Aufnahmen

Kassel. Der 77-jährige Kasseler Klaus F. Breul hat über 100 Bilder der HNA-Fotobox "Historisches Kassel in 3D" digitalisiert und daraus einen Dokumentarfilm gemacht.

Klaus F. Breul ist 77 Jahre alt. Sein Hobby ist das Filmen. Früher hat er Urlaubserinnerungen auf Super 8 festgehalten. Mit der ersten Videokamera, die er 1994 kaufte, folgten Mitschnitte von Familienfeiern. Jetzt hat der gebürtige Thüringer sein bisher größtes Projekt fertiggestellt: Aus den Bildern der HNA-Fotobox „Historisches Kassel in 3D“ hat Breul einen virtuellen Stadtrundgang durch das Kassel des Jahres 1906 auf DVD gebannt. Er selbst führt als Sprecher durch den 36-minütigen Film. „Ein Blick 110 Jahre zurück“ ist ab sofort online zu sehen.

Hat die Foto-Karten der HNA-Box digitalisiert und zu einem dokumentarischen Stadtrundgang geschnitten: Klaus F. Breul. Auf dem Fernseher läuft Breuls Film „Ein Blick 110 Jahre zurück“.

Erblich vorbelastet sei er, erzählt Breul. Sein Vater, gebürtiger Kasseler, hatte ein Fotolabor in Thüringen. 1950 kam die Familie zurück nach Nordhessen. Auslöser für die

Idee zu dem historischen Kassel-Rundgang war ein Besuch von Breuls Tochter. „Ich dachte: Jedes Bild muss eine Geschichte haben.“ Das Problem: Noch konnte Breul diese Geschichten nicht erzählen.

Durch Gespräche mit befreundeten Kasselänern und aus Erzählungen seines Vaters schrieb Breul schließlich Texte zu den verschiedenen Fotos auf. Er digitalisierte über 100 historische Bilder mit dem Heimscanner, ergänzte das Material durch eigene, aktuelle Aufnahmen der Orte und entwarf einen Stadtrundgang, der vom Unterneustädter Kirchplatz über den Altmarkt und den Steinweg bis zum Marställer Platz und dem Brüderplatz führt.

Motivkarte aus der HNA-Box „Historisches Kassel in 3D“: Das Schloss Wilhelmshöhe im Jahr 1906.

„Es tut einem in der Seele weh, wie Kassel zerstört wurde, was auch nach dem Krieg noch zerstört wurde, was hätte erhalten werden können“, sagt Breul. Ein viertel Jahr Arbeit investierte der verheiratete Rentner in das Projekt. Dafür arbeitete er sich in das Videoschnittprogramm Magix ein. Für den gelernten Feinmechaniker, der bis zu seinem Ruhestand 42 Jahre Leiter der Kommunikationstechnik bei Henschel war, eine willkommene Herausforderung.

Kassel, wie es vor über 100 Jahren aussah: Der Marställer Platz ist auch eine Station in Klaus F. Breuls Film. 

„Ich musste mich auch in meinem Beruf immer mit neuer Technik auseinandersetzen und Lösungen für die verschiedensten Probleme finden“, sagt Breul. Was sein Filmprojekt angeht, hatte seine Vorliebe für technische Spielereien ein beeindruckendes Ergebnis zur Folge. Denn Breul fertigte neben einer normalen Version sogar eine 3D-Fassung von „Ein Blick 110 Jahre zurück“ an. Breuls Film ist in der 2D-Fassung auf www.hna.de zu sehen. Der 77-Jährige will damit auch jüngeren Kasselern die Möglichkeit geben, in die Geschichte ihrer Stadt einzutauchen.

Die HNA-Box „Historisches Kassel in 3D“ ist nach wie vor in den HNA-Geschäftsstellen in der Kurfürstengalerie und dem Presse- und Druckzentrum (Frankfurter Straße 168) erhältlich.

Rubriklistenbild: © Privat

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.