Die Firma Bronzsoft hat ein Informationssystem zur Stadtgeschichte entwickelt

Informationssystem zur Stadtgeschichte: Kassel interaktiv erleben

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Touchscreen-Funktion: Alexander Ewald (links) und Nils Heine präsentieren ihr interaktives Informationssystem TIM. Zu sehen ist die Überblendfunktion anhand des City-Point-Gebäudes.

Lohfelden. Entdecken, wie Kassel vor dem Zweiten Weltkrieg aussah. Den Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer nachvollziehen. Informationen über einzelne Gebäude erhalten. Die Multimediafirma Bronzsoft aus Lohfelden bietet bald diese Möglichkeiten.

Mit ihrem interaktiven Geo-Informationssystem TIM (Time Interactive Media) kann man am Computer eine multimediale Zeitreise durch die Kasseler Stadtgeschichte unternehmen. Es ist eines von vielen Projekten zum Kasseler Stadtjubiläum und soll im nächsten Jahr kostenlos im Internet verfügbar sein.

Beim Start des Programms ist ein aktuelles Satellitenbild Kassels zu sehen. „Nutzer haben nun die Möglichkeit, die Karte näher heranzuholen. So ist es möglich, sich einzelne Straßenverläufe anzusehen“, sagt Alexander Ewald, Geschäftsführer von Bronzsoft.

Eine Zeitleiste ermöglicht es, Jahrhunderte in der Zeit zurückzuspringen. Wird das Jahr 1600 angewählt, erscheint der Stadtplan aus dieser Zeit. „Eine Überblendungsfunktion bietet die Möglichkeit, Stadtpläne und sogar Bilder einzelner Gebäude übereinanderzulegen“, sagt Entwickler Nils Heine.

Einzelne Ereignisse aufrufen

Benutzer könnten so erfahren, welche Stadtteile seit wann existieren oder wie etwa vor dem Zweiten Weltkrieg Straßen und Gebäude aussahen. In der Zeitleiste sind dazu einzelne Ereignisse aufgeführt.

„Im Jahr 1606 wurde das Ottoneum als erstes fest stehendes Theatergebäude Deutschlands in Kassel erbaut. Klicken wir nun in der Zeitleiste auf dieses Ereignis, führt uns das Programm direkt zum Standort des Gebäudes“, sagt Nils Heine. Ergänzend dazu werden in einem Fenster Informationen zum Gebäude angezeigt. Kassels Geschichte wird so interaktiv erleb- und erlernbar. „Unser Programm könnte auch in Schulen eingesetzt werden“, sagt Alexander Ewald. Eine Zusammenarbeit mit Schulen und der Universität bei der Weiterentwicklung sei geplant.

In erster Linie soll TIM kostenlos im Internet und auf Smartphones abrufbar sein. Das System soll nach dem Stadtjubiläum zur Kultur- und Marketingplattform ausgebaut werden. Bronzsoft führt Gespräche, um bestehende Informationsplattformen mit TIM zu verbinden.

„Das lässt sich aber nur realisieren, wenn Sponsoren und Institutionen die Plattform unterstützen“, sagt Alexander Ewald. Auch im Stadtmuseum könnte die interaktive Zeitreise für Besucher zur Verfügung stehen.

Seit Oktober 2009 ist die Firma Bronzsoft dabei, das System zu entwickeln. Investiert wurden bisher 40 000 Euro. Der Stadt Kassel soll das System kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Geld verdienen werde die Firma erst, wenn es gelänge, das System an andere Städte oder Firmen zu verkaufen.

Kontakt: Bronzsoft, Tel. 0561 / 98 85 00 08 oder www.bronzsoft.de

Von Florian Quanz

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