„Vandalismus ist extreme Belastung“

Kassel investiert jährlich vier Millionen Euro in Reparaturen ihrer Schulen

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Sanierungsbedürftig: Die Hegelsbergschule in der Nordstadt ist eine ganztägig arbeitende Gesamtschule mit Förderstufe und gymnasialer Eingangsklasse. Sie wurde in den 1970er-Jahren erbaut.

Gestank und Schimmel: Nach der Berichterstattung über die Kasseler Hegelsbergschule reagiert Stadtbaurat Christof Nolda auf die Kritik: "Grundsätzlich funktionieren alle unsere 54 Schulgebäude."

Das müsse vorab festgehalten werden. Allerdings befänden sich die Schulen in unterschiedlichen Bauzuständen und -situationen und seien vor allem verschieden alt. So sei die „Funktionsgewährleistung“ von Schulen aus den 1970er-Jahren wie die Schule Hegelsberg „mehr oder weniger anstrengend“, so Nolda.

Nolda reagiert auf die Berichterstattung der HNA über eine von Lehrern der Schule Hegelsberg formulierte Resolution, in der diese massive Baumängel an ihrer Schule monieren

Auch Gabriele Steinbach, die Leiterin des Schulverwaltungsamts, sagt: „Wir wissen, die Schule muss saniert werden, aber generell halten wir alle unsere Schulen in einem Zustand, dass dort gut unterrichtet werden kann.“ Allerdings sei auch Vandalismus ein Problem, heißt es.

Generalsanierung der Hegelsbergschule steht an 

Nolda betont, dass die Generalsanierung der Gesamtschule Hegelsberg mit Förderstufe und gymnasialer Eingangsklasse demnächst anstehe. Voraussichtliche Kosten: 20 bis 30 Millionen Euro. Als Zeitrahmen von der Planung bis zum Abschluss der Arbeiten müssten vier Jahre gerechnet werden. Das Hauptproblem bestehe darin, für die zwei Jahre Bauzeit Ersatzraum für die insgesamt rund 630 Schüler zu schaffen.

Das alles sowie die Sanierung anderer 70er-Jahre-Schulen in Kassel „sollte in den nächsten zehn Jahren durch sein“, so Nolda.

Toilettenbecken war in der Hegelsbergschule zertrümmert worden: Nebenan ist bereits ein stabileres WC installiert.

Unabhängig davon stehe außer Frage, dass Reparaturen kontinuierlich erledigt würden. „Wir kümmern uns darum ernsthaft und mit großer Sorgfalt“, sagt Axel Jäger, der Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft. „Die Aussage, wir täten nichts, stimmt nicht“, sagt Nolda „Insgesamt investiere die Stadt Kassel jedes Jahr allein in die Reparaturen von Schulgebäuden und -ausstattungen vier Millionen Euro. Auch in den Ferien seien Mitarbeiter für Reparaturen in den Schulen gewesen.

Vandalismus ist ein Problem 

Erst vor einem halben Jahr seien in einigen Klassenräumen der Hegelsbergschule schadhafte Deckenplatten erneuert worden. Jetzt waren in zwei Räumen erneut Deckenverkleidungen reparaturbedürftig, sie zeigten Risse und Brüche. Es bestand erneut die Gefahr, dass sie herabfallen. Der Grund: Vandalismus. Einer oder mehrere Menschen hatten gegen die neuen Platten geschlagen und sie mutwillig zerbrochen. 

„Auch aus der Wand heraushängende Steckdosen, zertrümmerte Toilettenbecken und Spiegel seien keine Alterserscheinungen, sondern das Ergebnis von Gewalteinwirkung, so Jäger: „Vandalismus ist eine extreme Belastung an einigen Schulen.“

2016 bis 2018: 67 Millionen Euro für Schulen 

Die Stadt Kassel investiert große Summen Geld in ihre Schulen, erklärt Stadtbaurat Christof Nolda: Seit 1990 seien insgesamt 326 Millionen Euro in Neubauten und die Erhaltung von Schulgebäuden geflossen. Das seien durchschnittlich 12 Millionen Euro im Jahr. Allein für die Jahre 2016/17 und 2018 standen 67 Millionen Euro für Schulen zur Verfügung. Ohne die Sporthallen, hier kamen noch einmal 17 Millionen Euro dazu. 

Allein für Reparaturen durch das Amt für Gebäudewirtschaft werden im Jahr vier Millionen Euro ausgegeben. In den nächsten Jahren stehen die Generalsanierungen von einigen Schulen aus den 1970er-Jahren an: insgesamt 64.000 Quadratmeter Fläche.

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