„Welttournee“ ist der Reisepodcast für Vollzeit-Berufstätige

Kassel ist ihr Amerika: Diese Weltenbummler machen einen der erfolgreichsten Reisepodcasts

Adrian Klie (links) und Christoph Streicher aus Holzminden betreiben den Reisepodcast „Welttournee“ und stehen hier in Buenos Aires.
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Waren schon in mehr als 100 Ländern: Adrian Klie (links) und Christoph Streicher aus Holzminden betreiben den Reisepodcast „Welttournee“. Hier stehen sie in Buenos Aires. Nun haben sie Kassel vorgestellt.

Christoph Streicher und Adrian Klie haben schon mehr als 100 Länder bereist. Sie haben einen der erfolgreichsten Reisepodcasts. Nun haben sie Kassel vorgestellt.

Kassel/Barcelona – Christoph Streicher hat in Lissabon studiert, mehr als 100 Länder bereist und lebt in Barcelona, aber der Ort der unbegrenzten Möglichkeiten lag für ihn lange in Nordhessen. „Kassel war unser kleines Amerika“, sagt Streicher im Reisepodcast „Welttournee“, den er mit seinem Kumpel Adrian Klie betreibt.

Nach mehr als 70 Ausgaben haben die Schulfreunde aus Holzminden der einzigen Großstadt ihrer Heimat gerade eine Doppelfolge gewidmet. Sie stellen nicht nur die vielen Parks sowie Museen vor und empfehlen die Streetart im Schillerviertel, sondern berichten wie in jeder Ausgabe von ihren Erlebnissen. Streicher erzählt etwa vom ersten Date. „Ob Kinos oder Kurhessentherme – in Kassel konnte man den Mädchen etwas bieten“, sagt der 32-Jährige, als wir ihn in Barcelona erreichen.

Kassel im Reisepodcast: Geheimtipps von Milky Chance

Zwischendurch gibt Clemens Rehbein vom Pop-Duo Milky Chance Geheimtipps. Der Musiker, der mittlerweile in Berlin lebt, empfiehlt für einen chilligen Ausflug den abgelegenen Steinbruch im Druseltal. So etwas bekommt man in anderen Podcasts nur selten zu hören.

Eben das ist das Erfolgsrezept des Formats, das von Apple 2019 als „Podcastshow des Jahres“ ausgezeichnet wurde und „viele zehntausend Hörer“ hat – genauere Zahlen werden nicht verraten. Streicher und Klie geben ganz praktische Tipps, wie man auch als berufstätiger Normalverdiener mit 30 Urlaubstagen möglichst simpel die Welt bereisen kann. „Wir lieben unsere Jobs“, sagt Streicher, der nach dem BWL-Studium im Online-Marketing einer Datingfirma arbeitet. Klie lebt in Hamburg und ist beim Nahrungsmittelriesen Mars beschäftigt. Durch vorgeschaltete Werbung verdienen sie sich ein kleines Zubrot für den nächsten Urlaub.

Reisepodcast über Kassel: Rundreise durch Deutschland im Corona-Jahr

Ihre erste gemeinsame Reise haben die beiden mit 18 gemacht, als sie im Sommer 2007 die ostdeutschen Bundesländer entdeckten. „Nach und nach wurden die Entfernungen immer größer“, sagt Streicher. In ihrem Podcast haben sie schon Reisen nach Laos, Nicaragua und Georgien besprochen. Im Corona-Jahr haben sie sich aus naheliegenden Gründen auf Deutschland beschränkt.

Das Vorgehen vor einer Folge ist immer gleich: Sie schauen sich Fotos von ihren Reisen an – ob Guatemala oder Kassel. Und per Google Street View laufen sie noch mal durch die Orte. Im Fall von Kassel waren beide überrascht, wie grün die Großstadt ihrer Jugend längst geworden ist. Bei Instagram schreiben Hörer, dass sie Kassel bislang nie auf ihrer Reisekarte hatten, nun aber unbedingt mal nach Nordhessen wollen.

Podcast über Kassel: Besuch bei Eltern wegen Corona zu riskant

Streicher hat derweil wieder Fernweh. Anfang Dezember war er kurz davor, nach Südafrika zu düsen, wie er sagt. Kapstadt ist sein Traumort. Dann stiegen die Corona-Zahlen wieder. Selbst ein Kurztrip nach Lissabon und ein Besuch bei seinen Eltern in Holzminden über Weihnachten sind ihm derzeit zu riskant.

Darum schaut er sich vorerst lediglich alte Fotos an, die „positive Erinnerungen wecken“, denn: „Irgendwann werden wir wieder verreisen können.“ Bis dahin können alle anderen die Welt per Podcast entdecken.

Reisetipps

Vorbereitung: Das Wichtigste ist laut Streicher eine gute Planung: „Wenn man schon weiß, wie man nach der Anreise vom Flughafen wegkommt, bekommt man nicht so leicht einen Kulturschock.“ Die Planung ist zwar etwas Arbeit, aber für Streicher ist es „eine schöne Arbeit“.

Orte verbinden: Streicher und Klie unternehmen meist eine größere Reise pro Jahr. Dann versuchen sie, unterschiedliche Reiseziele miteinander zu verbinden – etwa Costa Rica, El Salvador und Guatemala in Lateinamerika.

Nachhaltigkeit: Kosmopoliten wie Streicher und Klie wissen, dass Reisen das Klima belasten. Darum kompensieren sie die CO2-Emissionen ihrer Flüge. Innerhalb Europas nehmen sie den Zug, und auch sonst versuchen sie, nachhaltig zu leben. „Wir essen nur einmal in der Woche Fleisch“, sagt Streicher, „dann kann man sich mal eine Fernreise leisten..“ (Matthias Lohr)

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