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Verkäuferin auf Herbstausstellung: „Kassel ist Lappland“

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Unterhaltsame Verkäuferin: Katharina Nöcker präsentiert Wischlappen aus Bambus auf der Herbstausstellung.
Unterhaltsame Verkäuferin: Katharina Nöcker präsentiert Wischlappen aus Bambus auf der Herbstausstellung. © Andreas Fischer

Putzmittel sind auf der Herbstausstellung in den Kasseler Messehallen besonders gefragt.

Kassel – „Wir machen knallharte und faire Preise“, sagt Katharina Nöcker. Die Frau, die aktuell auf der Herbstausstellung in den Kasseler Messehallen Bambustücher präsentiert, könnte auch für einen TV-Sender arbeiten. Es ist nämlich sehr unterhaltsam, wie die Frau aus dem Sauerland die Wischlappen an die Kundschaft bringt.

Die Frauen und Männer hören Katharina Nöcker nicht nur zu und beobachten zum Teil fassungslos, wie sie mit einem Lappen aus Bambus Haarlack und Nivea-Creme problemlos von einer Scheibe wischt. Natürlich ohne Streifen. Das beeindruckt die Kunden natürlich.

Zuvor haben sie erfahren, dass man mit den Tüchern einfach alles reinigen kann. Das Bad, die Küche, das Auto. Deshalb gibt es auch gleich drei Exemplare zum Sonderpreis. Und weil Messe ist, gibt es zwei andere Tücher und ein Reinigungsmittel noch oben drauf. „Wie oft muss ich die Tücher waschen?“, will eine Kundin wissen. „Wenn sie schmutzig sind, bis 95 Grad“, antwortet Nöcker.

Nebenbei preist das Verkaufstalent auch noch den ersten frauenfreundlichen Mopp der Welt an. Warum frauenfreundlich? Der Mopp aus Bambus sei nicht zu dick, deshalb gut einzurollen, um ihm anschließend an die Gurgel zu gehen. Damit könne man Parkett und Marmorböden nebelfeucht wischen, sagt Nöcker. „Kassel ist Lappland“, erzählt die Sauerländerin in einer kurzen Verkaufspause. Die Kasseler würden total auf die Wischlappen stehen, die sie hier seit 15 Jahren verkauft.

Sie kommt seit 35 Jahren nach Kassel: Ilona Klopp verkauft den Grünen Stein, mit dem man eigentlich alles reinigen kann.
Sie kommt seit 35 Jahren nach Kassel: Ilona Klopp verkauft den Grünen Stein, mit dem man eigentlich alles reinigen kann. © Andreas Fischer

Auch Ilona Klopp aus Hamm/Westfalen lebt von der Stammkundschaft. Sie kommt bereits seit 35 Jahren in die Kasseler Messehallen, um ihr Reinigungswunder, den Grünen Stein, zu verkaufen. Damit kriegt man alles sauber, außer Kleidung, wie sie auf Nachfrage erläutert.

Fenster, Türen, Scheiben, Autos, Turnschuhe, die Edelstahlspüle, Jalousien, Gartenstühle, Spiegel, Schmuck und sogar ein Gebiss, wie Klopp versichert.

Man müsse nur mit einem nassen Schwamm über den Stein, der aus Seife, Tonerde, Glycerin, Pflanzenfett, Zitronenöl und Wasser besteht, gehen und schon könne die Reinigung beginnen. „Schlagen Sie Schaum und geben Gas. Dann geht es ran an den Feind“, sagt die 73-Jährige. Kalk, Fett, eingebrannte Milch auf der Herdplatte hätten keine Chance gegen den Polierstein. In all den Jahren habe sie noch nie eine Beschwerde über das Produkt gehört.

So lange sie noch könne, werde sie weiterhin von Messe zu Messe reisen, sagt Klopp. „Das macht mir Spaß und ich bleibe locker im Kopf.“

Ein besonderes Produkt verspricht auch Andreas Krämer aus Rheinland-Pfalz. Er und sein Kollege locken die Kunden an, indem sie ihnen anbieten, die Brille zu polieren. Mit dem „World Cleaner“ könne man nicht nur Brillen putzen, sondern Handys, Fernsehbildschirme, Spiegel, Fenster und Fotoobjektive. Das rein pflanzliche Spray hinterlasse keine Schlieren. Brille und Handy seien nach Gebrauch eine Woche staubfrei, Computer und TV sogar sechs bis acht Wochen.

Ob das mit der Brille stimmt und das Produkt wirklich so toll ist, wird sich nächste Woche zeigen. (use)

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