Bei Jugendlichen jeder zehnte betroffen

Jedes fünfte Kind in Kassel lebt von Hartz IV

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Mehr als 20 Prozent der Kinder in Kassel leben in Familien, die Hartz IV beziehen.

Kassel. Jedes fünfte Kind in Kassel ist auf Hartz IV angewiesen. 5290 Kinder unter 15 Jahren leben derzeit in einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft, also einer Familie, die nicht genug Geld zum Leben hat und Hartz IV bezieht. Das entspricht mehr als 20 Prozent.

Der Bundesdurchschnitt liegt bei 15,1 Prozent. Unter den 15 bis 25-Jährigen in der Stadt bekommen nach den Zahlen der Arbeitsagentur mehr als elf Prozent Hartz-IV-Leistungen – insgesamt knapp 2800 Jugendliche und junge Erwachsene. Auch hier ist der bundesweite Durchschnitt mit 8,6 Prozent deutlich niedriger.

Die DGB-Jugend Nordhessen schlägt angesichts der hohen Hartz-IV-Quote unter Jugendlichen Alarm. Neben materieller Entbehrung erlebten die jungen Menschen Arbeitslosigkeit sowie oftmals schlechtere Wohnverhältnisse in ihrer Familie, sagt André Schönewolf, Jugendbildungsreferent des DGB Nordhessen. Auch die Bildungschancen und Berufsaussichten für die betroffenen Jugendlichen seien schlechter. So drohe sich Armut zu verfestigen.

Mehr als die Hälfte der betroffenen 15- bis 25-Jährigen geht noch in die Schule oder macht eine Ausbildung. Arbeitslos ist ein weiteres Viertel. Ein weiterer Teil der Betroffenen (15,5 Prozent) arbeitet zwar, kann aber von den Einkommen nicht leben und bekommt ergänzend Hartz IV.

Im Landkreis Kassel sind die Zahlen weniger alarmierend: Dort ist jedes zehnte Kind auf Hartz IV angewiesen. Der Anteil bei den 15- bis 25-Jährigen liegt mit 6,5 Prozent ebenfalls unterhalb des Bundesdurchschnitts.

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