Kassel: Jedes vierte Kind ist arm

Kassel. Viele Kasseler Kinder leben in Armut. In ganz Hessen ist die Lage nur in Offenbach dramatischer. Zu diesem Ergebnis kommt eine jetzt veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Deren Daten stammen aus dem Jahr 2008. Seither haben sich die Zahlen verbessert, aber noch immer lebt jedes vierte Kind in der documenta-Stadt in Armut. Laut der Studie haben 28,6 Prozent der Kasseler unter 15 Jahren eine staatliche Grundsicherung bezogen. Das gilt als Definition für Armut.

Nach Angaben der Stadtverwaltung haben zuletzt deutlich weniger Kinder diese Leistungen in Anspruch genommen. 2009 sei die Quote auf 27,9 Prozent gesunken. Im vergangenen Jahr fiel die Zahl auf 24,8 Prozent. Demnach lebten zuletzt 6076 von 24 500 Kindern in Armut. Zwei Jahre zuvor waren es 1000 mehr gewesen. Jugenddezernentin Anne Janz (Grüne) freut sich über die neuen Zahlen: „Jedes einzelne Kind, das nicht mehr von staatlicher Hilfe leben muss, ist ein Erfolg.“

Janz führt die positive Entwicklung auf die guten Arbeitsmarktzahlen zurück. Die Bemühungen müssten aber weiter gehen, um mehr Menschen aus der Armutsfalle zu holen. Dabei sei es wichtig, die Bildungschancen aller Kasseler zu verbessern, sagte Janz. Wie schwierig die Lage noch immer ist, zeigt ein Blick in die Stadtteile: In Nordholland lebten Ende 2009 über 1200 Kinder und Jugendliche unterhalb der Armutsgrenze. Damit war jeder zweite Mensch unter 18 Jahren betroffen. Die Verbesserung zum Vorjahr betrug weniger als zwei Prozent. (mcj)

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