Pilotphase des Projektes läuft an

Mit dem Smartphone düngen: K+S entwickelt Hilfen mit Darmstädter Start-up für Landwirte

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Sammeln Daten für den „Agrar Nährstoff Assistenten“: Jessica Berneburg-Wächter (von links) und Stefanie Wegener aus dem Innovationsbereich von K+S im Göttinger IAPN-Forschungsinstitut. 

Der Kasseler Düngemittelkonzern K+S entwickelt jetzt gemeinsam mit dem Darmstädter Start-up Spacenus Smartphone betriebene Hilfen für Landwirte.

  • Zusammenarbeit von K+S aus Kassel und dem Darmstädter Start-up Spacenus
  • Düngen mit dem Smartphone: Internationale Förderung durch ESA und DLR
  • Pilotphase des Projektes läuft langsam an

Wie können drohende Ernteausfälle auf den Feldern frühzeitig erkannt und verhindert werden? – dieser Fragestellung widmet sich der Kasseler Düngemittelkonzern K+S jetzt gemeinsam mit dem Darmstädter Start-up Spacenus.

Die beiden Unternehmen wollen laut Mitteilung Landwirte mit dem „Agrar Nährstoff Assistenten“ (ANA) bei der bedarfsgerechten Düngung ihrer Pflanzen unterstützen und haben dazu jetzt ihre Zusammenarbeit vereinbart.

Mit dem Smartphone düngen: KI als Erntehelfer

ANA kombiniert dabei Smartphone- und Satellitenbilder, die von einer künstlichen Intelligenz (KI) ausgewertet werden.

Die KI kalkuliert Unterschiede innerhalb eines Feldes und erstellt so eine Nährstoffkarte. Sie zeigt die Versorgung der Pflanzen mit den Nährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel und Magnesium an.

Landwirte können anhand dieser Informationen die passende Düngemenge bedarfsgerecht und variabel planen und so Wachstumsschäden an den Pflanzen verhindern.

K+S investiert in die Zukunft: Forschung zur Prävention vor Ernteausfällen

Ziel ist es, Nährstoffmangel zu erkennen, bevor er sichtbar wird. „Denn in dem Moment, in dem er sichtbar wird, haben wir Ernteausfälle und können nur noch schwer gegensteuern“, sagt Stefanie Wegener aus dem Innovationsbereich von K+S.

Im Fokus der Forschung steht also die Früherkennung einer Unterversorgung der Kulturpflanzen. Damit ANA die nötigen Informationen liefern kann, muss das System mit Daten gefüttert werden.

Sowohl die Universität Göttingen als auch Spacenus suchen nun mit K+S nach Lösungen

Die werden derzeit bei Versuchen gesammelt, die K+S in Kooperation mit der Universität Göttingen macht.

Im dortigen Forschungsinstitut IAPN (Institut für angewandte Pflanzenernährung) werden Versuche an Weizenpflanzen durchgeführt, die der KI die Daten liefern, mit denen die Modelle trainiert und getestet werden.

Dazu werden die Pflanzen so angesetzt, dass ein Mangel erzeugt wird, der nicht sofort sichtbar ist, erklärt Stefanie Wegener. Die Kooperation zwischen K+S und Spacenus bei diesem Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Internationale Förderung durch ESA und DLR

Die Entwicklung von ANA wird zudem seit 2017 von der Europäischen Weltraumagentur ESA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.

Bis zur Reife für den Endanwender werden laut Jessica Berneburg-Wächter, ebenfalls aus dem Innovationsbereich von K+S, noch etwa fünf bis sieben Jahre vergehen. Im kommenden Jahr soll der Assistent mit Landwirten zusammen erprobt werden.

Pilotphase ist im Aufbau

Hierzu können sich laut K+S und Spacenus derzeit bis zu 60 Landwirte und landwirtschaftliche Berater aus Deutschland als Pilotteilnehmer anmelden.

Voraussetzungen sind, dass sie in der aktuellen Anbausaison Weizen mit einer Flächengröße von mindestens fünf Hektar anbauen und in Besitz eines Smartphones mit Internetzugang sind.

Anmeldung im Internet unter spacenus.com/ana-pilotprojekt

Lösungen für die Landwirtschaft

Neben Düngemitteln stellt K+S Vorprodukte für verschiedene technische und industrielle Anwendungen sowie für die Pharma-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie her.

Der Konzern beschäftigt weltweit über 14 000 Mitarbeiter, davon 10 000 im Inland und davon wiederum 6000 Menschen in Nord- und Osthessen. Spacenus ist ein Tech-Start-up aus Darmstadt.

Das Unternehmen, das im Dezember 2015 gegründet wurde, entwickelt digitale Produkte, um Analysen und Empfehlungen für die Landwirtschaft zu erstellen, nach eigenen Angaben mit dem Ziel, die Herausforderungen der wachsenden Weltbevölkerung zu bewältigen.

Düngernachfrage steigt und sorgt für ansteigende Umsätze

Eine stärkere Düngernachfrage und gestiegene Verkaufsmengen von Auftausalz in Nordamerika haben K+S zum Start ins Jahr 2019 angetrieben, doch nun senkt die Firma ihre Prognose.

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