Weniger Schüler ohne Abschluss

Kassel: Kampfansage an Schwänzer

Kassel. Für Kassels Jugenddezernentin Anne Janz steht die positive Entwicklung, dass immer weniger Jugendliche ohne Abschluss die Schule verlassen, neben anderen Hilfen auch im Zusammenhang mit dem Programm „Schulverweigerung - Die 2. Chance“.

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Schulverweigerer: Immer weniger Schüler ohne Abschluss

Eine Bilanz präsentierte sie jetzt während einer Pressekonferenz, die an einer der Kooperationsschulen, der Carl-Schomburg-Schule (CSS) im Wesertor, stattfand: Bis Ende 2012 sind von den Sozialpädagogen der Erziehungshilfen Auguste Förster in Kassel 123 Schulverweigerer (58 Mädchen und 65 Jungen) begleitet worden. 55 Kinder kamen aus ausländischen Familien. 94 Fälle haben die Sozialpädagogen, die den Kindern dabei helfen, ihr Schulversagen zu überwinden, bislang abgeschlossen.

Der Mehrheit von 94 Prozent konnte geholfen werden: 59 Teilnehmer wurden wieder in die Regelschule integriert, 29 wurden in andere Bildungsmaßnahmen vermittelt. Bei sechs Schülern griff die Hilfe nicht. Der Erfolg der Arbeit liegt für Regine Frensel, Co-Leiterin der CSS, in der persönlichen Betreuung der Schüler begründet.

Das geschehe in einer Intensität, wie sie Lehrer nicht leisten könnten. Dabei sei der vertrauensvolle Kontakt zu den Jugendlichen und ihren Eltern entscheidend. Familienarbeit sei ein wichtiger Baustein für den Erfolg. Hier lägen viele Probleme begründet. Gehen die Schulschwänzer wieder zur Schule, benötigen sie Nachhilfeunterricht, um den Anschluss an den Schulstoff zu bekommen. „Der Erfolg stellt sich relativ schnell, nachdem der Sozialpädagoge aktiv wurde, ein“, sagt Lehrerin Gudrun Damme.

Zurzeit werden zwölf CSS-Schüler im Programm begleitet. In Kassel sind außerdem die Eichendorff-Schule, die Johann-Amos-Comenius-Schule und die Valentin-Traudt-Schule Kooperationsschulen. Frensel: Es muss nach individuellen Ursachen geforscht und den Jugendlichen neue Perspektiven aufgezeigt werden. An der CSS haben sich mithilfe der Betreuer ehemalige Schulverweigerer zu guten Schülern bis hin zum Gymnasialbereich entwickelt.

Von Christina Hein

Bußgeldverfahren

Auf konstantem Niveau hält sich die Zahl der eingeleiteten Bußgeldverfahren gegen Schulverweigerer. Sie lag nach Auskunft von Helga Dietrich, der Leiterin des Staatlichen Schulamts, in Kassel im Jahr 2012 bei 125. Die Zahl der Verfahren im Landkreis hat sich dagegen von 2006 bis 2012 von 290 auf 230 reduziert.

Ein Interview mit einem der Sozialpädagogen über seine Arbeit und den Alltag lesen Sie in der gedruckten Hessischen Allgemeinen von Montag

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