Globale Ereignisse wirken sich auf unsere Region aus - Landkreis gilt als "krisenanfällig"

Studie: Kassel kann den Folgen von Krisen gut trotzen

Kassel. Den Folgen von weltweiten Krisen kann die Stadt Kassel besser trotzen als viele andere Regionen in Deutschland. Der Landkreis Kassel wird in einer aktuellen Bestandsaufnahme der regionalen Krisenfestigkeit des Forschungs- und Beratungsinstituts Pestel aber als „eher krisenanfällig“ bezeichnet.

Die Forscher aus Hannover haben für ihre bundesweite Untersuchung 18 Indikatoren entwickelt, um festzustellen, wie verletzbar eine Region ist oder wie gut die Krisenfestigkeit ausgeprägt ist. Für die Stadt Kassel kam die drittbeste Bewertung „eher krisenfest“ und Platz 139 unter 412 Regionen heraus. Der Landkreis Kassel landete mit Platz 237 im Mittelfeld.

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Viele traditionell positive Werte stellen die Experten in ein neues Licht. Bisher galt eine möglichst hohe Zahl zugelassener Autos oder industrieller Arbeitsplätze ebenso als Vorteil wie ein hoher Anteil von Wohnungseigentum und üppige Pro-Kopf-Wohnflächen. Vor dem Hintergrund künftiger Energieversorgung müssen diese Zahlen neu bewertet werden. Experten gehen davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren das Ölfördermaximum erreicht wird.

Danach gehen die Ölreserven langsam zur Neige. Erdöl ist aber noch immer einer der zentralen Rohstoffe, ob es zur Kunststoffherstellung oder als Benzin für Autos genutzt wird. Deshalb sei es künftig viel entscheidender, dass es etwa einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr gibt, flexible Mieter nicht zu große Wohnungen beheizen müssen und nicht zu viele Arbeitsplätze an krisengefährdeten Industrien hängen, machen die Forscher deutlich.

Bei neun Indikatoren liegt Kassel im Spitzenbereich, dreimal wurde ein Mittelplatz erreicht und bei sechs Indikatoren reichte es nur für einen Rang am Ende der Tabelle. Der Landkreis ist viermal Spitze, neunmal im Mittelfeld und fünfmal im unteren Drittel. (ach)

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