Von Männern dominiert

Kaum Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten städtischer Betriebe

Kassel. Gremien, Vorstände und Aufsichtsräte von Firmen mit städtischer Beteiligung sind fest in Männerhand. Meist sind die Posten nicht mal zu einem Fünftel von Frauen besetzt.

Einen Vorstoß für eine Frauenquote, den die Fraktion Freie Wähler/ Demokratie erneuern jüngst gemacht hatte, wurde von den Stadtverordneten mehrheitlich abgelehnt. Allerdings soll in der Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung die Situation am Donnerstag noch einmal analysiert werden.

Nach einem Antrag von SPD und Grünen sollen Zahlen vorgelegt werden, wie hoch der Frauenanteil in Vorständen, Verwaltungs- und Aufsichträten städtischer Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften ist. Nach einer kurzen Recherche lässt sich darüber aber leicht ein Überblick verschaffen. Den höchsten Frauenanteil haben der Klinikkonzern Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) und die documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH, in deren Aufsichtsräten gut ein Drittel der Personen weiblich ist. In fast allen anderen Gremien ist nicht einmal jede fünfte Person eine Frau (KVG, Städtische Werke).

• Städtische Werke: Drei männliche Vorstände und unter den zwölf Aufsichtratsmitgliedern sind zwei Frauen. Der Aufsichtsrat ist auch für die Kasseler Fernwärme GmbH und die Städtische Werke Netz und Service GmbH zuständig.

• KVG: Drei männliche Vorstände und unter den zwölf Aufsichtratsmitgliedern ist eine Frau. Diese wurde aber nicht von Magistrat und Stadtverordneten entsandt, sondern es handelt sich um eine Arbeitnehmervertreterin.

• KVV (Mutterkonzern von KVG, Städtische Werke): Zwei männliche Vorstände und unter den 18 Aufsichtsratsmitgliedern befinden sich drei Frauen. Der Aufsichtsrat ist auch für das Telekommunikationsunternehmen Netcom zuständig, einer hundertprozentigen Tochter der KVV (Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH). Der Netcom-Geschäftsführer ist männlich.

• Müllheizkraftwerk Kassel: Ein männlicher Geschäftsführer und im fünfzehnköpfigen Aufsichtsrat sitzen lediglich zwei Frauen.

• Grimmwelt Kassel GmbH: Eine Geschäftsführerin, kein Aufsichtsrat vorhanden.

• Klinikkonzern Gesundheit Nordhessen Holding (GNH): Zwei Vorstände (darunter eine Frau) und ein 20-köpfiger Aufsichtsrat mit insgesamt sieben Frauen.

• Kassel Marketing: Eine Geschäftsführerin und ein achtköpfiger Aufsichtsrat, der allein aus Männern besteht.

• Wohnungsbaugesellschaft GWG: Ein männlicher Geschäftsführer und ein zehnköpfiger Aufsichtsrat, in dem nur eine Frau sitzt.

• documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH: Eine Geschäftsführerin, der Aufsichtsrat hat zwölf Mitglieder, davon sind immerhin vier weiblich.

• Kasseler Sparkasse: Dies ist kein direktes städtisches Unternehmen, aber in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Dem Verwaltungsrat gehören vorwiegend Mitglieder politischer Gremien von Stadt und Kreis an. Im Verwaltungsrat sitzen 15 Personen, davon sind zwei Frauen – diese wurden von den Beschäftigten gewählt. Die politische Ebene entsandte nur Männer.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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