Kellerbrände an Heubnerstraße absichtlich gelegt worden

Brandserie: Angst vor dem Feuerteufel an der Heubnerstraße

Der Kellerraum aus der Heubnerstraße 25: Hier gab es einen der zwei Kellerbrände aus den letzten Wochen. Die Polizei bestätigt die Brandstiftung. Die Bewohner vermuten, dass ein Brandsatz durch das Fenster geworfen wurde. Foto: Daher

Kassel. In den letzten Wochen musste die Feuerwehr zweimal in die Heubnerstraße ausrücken: Beide Male Kellerbrand. Die Bewohner sind verängstigt, haben die Befürchtung, dass es bald wieder brennen könnte. Denn die Polizeiermittlungen haben ergeben: Es war Brandstiftung.

Das sagt Torsten Werner, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen: „In beiden Kellern gibt es keine elektronische Zündquelle. Deshalb müssen wir von Brandstiftung ausgehen.“

So vermutet ein Bewohner der Heubnerstraße 25 - dem Ort, an dem es zuletzt brannte - dass jemand einen Brandsatz durch das kleine Kellerfenster geworfen haben könnte.

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Außerdem gebe es in beiden Häusern noch ein Problem: „Die Türen stehen öfter offen. Scheinbar verstehen manche Mieter nicht, dass sie geschlossen werden müssen“, sagt Rainer D. aus dem zweiten betroffenen Haus. Und auch der Bewohner der Nummer 25 hat diese Beobachtung gemacht. So könnte theoretisch jeder in das Haus gelangen.

Deshalb rät Polizei-Pressesprecher Werner, dass die Bewohner aufmerksamer sein und jeden Fremden ansprechen sollen.

Inzwischen geht die Angst um in den Häusern. Francisco G. aus der Nummer 29, dem ersten Brandort: „Wir haben alle Angst. Mein Sohn traut sich nicht mehr hierher. Deshalb werden wir ausziehen.“

Ein Entschluss, den auch sein Nachbar Rainer D. gefasst hat. Er war derjenige, der am 2. September die Feuerwehr anrief, die Schlimmeres verhindern konnte. „Ich bin aus meiner Wohnung gegangen. Da roch es schon verbrannt. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber dann stieg der Rauch das Treppenhaus hoch. Da habe ich sofort gehandelt.“

So riecht es im Keller noch ein wenig nach Ruß, die Wände sind etwas schwarz.

Anders sieht es in Haus Nummer 25 aus. Dort richtete das Feuer größeren Schaden an: Elektrogeräte verschmorten und einige eingelagerte Güter verbrannten.

Einer der Hausbewohner ist besonders stark betroffen. „Meine Wohnung wurde gerade neu renoviert. Jetzt ist hier überall dieser Rußstaub. Im Keller sind meine Stereoanlage und mein altes Faxgerät verschmort.“

Er war nicht zu Hause, als das Feuer ausbrach. Seine Arbeitskollegen erzählten aufgeregt, dass es bei ihm in der Nähe brennen würde. Zu Hause angekommen, musste er feststellen, dass es um sein Haus ging. Die Türen waren offen, aufgeregte Nachbarn standen im Flur.

Hinweise auf einen möglichen Täter hat die Polizei bisher nicht erhalten. Sie könne auch nur mutmaßen, dass es bei beiden Häusern derselbe Brandstifter sei, heißt es. Deshalb bittet die Polizei, dass sich Zeugen bei ihr melden, damit weitere Kellerbrände verhindert werden können: Tel. 0561/9100.

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