Pandemie

Kino in Kassel: Cineplex darf Corona-Lösung nicht anbieten

Privater Filmgenuss: Jürgen Schäfer und Sandra Heckmann stellten das Clubkino 8 im Cineplex in Kassel bei der Eröffnung des Saales vor. archivfotos: matthias lohr/Christian hedler.
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Privater Filmgenuss: Jürgen Schäfer und Sandra Heckmann stellten das Clubkino 8 im Cineplex in Kassel bei der Eröffnung des Saales vor.

Was heißt eigentlich offen, was geschlossen? Das Cineplex-Kino in Kassel ist mit seinem Vorhaben „Private Cinema“ beim Ordnungamt abgewiesen worden.

Kassel – Damit ist das Projekt, privates Kino anzubieten, nicht möglich. Heute soll den zahlreichen Interessenten abgesagt werden. Wie es mit dem entsprechenden Angebot des Cineplex in Baunatal weitergeht, war nach der gestrigen Entscheidung, Baunatal zur Corona-Modellstadt zu machen, unklar.

Ein Saal, große Leinwand, drei Stunden Zeit: Die Cineplex-Kinos wollten die Möglichkeit anbieten, einen ganzen Kinosaal privat zu mieten. Nach der aktuellen hessischen Regelung für bis fünf Personen aus zwei Haushalten. Im Saal ist alles vorhanden, sagt Kinochef Wolfgang Schäfer: Man könne seinen Laptop anschließen und mitgebrachte Videos schauen oder Lieblingsserien streamen. Man könne mit der mitgebrachten Spielkonsole zocken. Oder man könne einen der Filme ansehen, die die Kinos derzeit verfügbar haben. Getränke und Snacks hätten dazugebucht werden können. Das ganze Prozedere würde kontaktlos ablaufen, gebucht und bezahlt würde vorab übers Internet.

Kassel: Kino draf kontaktloses Angebot „Private Cinema“ nicht anbieten – Nachfrage war groß

Die Nachfrage war immens, sagt Schäfer, die Leute haben Lust auf privates Kino. „Auch wenn sie vielleicht das Gleiche anschauen, was sie zu Hause auf dem Sofa auch anschauen würden“, so sei doch der Raumwechsel – und vor allem der Wechsel vom häuslichen Bildschirm zur Leinwand attraktiv.

Aus seiner Sicht ist ein Kino nicht für den Publikumsverkehr geöffnet, wenn kontaktlos bis zu fünf vorangemeldete Personen einen Saal nutzen. Die Mitarbeiter reinigen hinterher, dann können die nächsten Gäste kommen. Ein Kinobetrieb, so seine Argumentation, ist das nicht.

Das Ordnungsamt in Kassel argumentiert anders. Es beruft sich in seinem Schreiben an das Cineplex auf die aktuellen „Auslegungshinweise zur Verordnung zur Beschränkung sozialer Kontakte und des Betriebs von Einrichtungen und Angeboten aufgrund der Corona-Pandemie“ der Hessischen Ministerien für Wirtschaft und für Soziales. Hier steht: „Theater, Opern, Konzerthäuser, Kinos und ähnliche Einrichtungen sowie Messen sind bis auf Weiteres geschlossen.“ Ausnahmen seien nicht vorgesehen.

Schäfer hat angesichts der steigenden Infektionszahlen Verständnis für die strenge Auslegung der Verordnung. Aber er ist traurig, auch für seine Mitarbeiter. Und er sieht die Schwierigkeit, langfristig die „Lust an unserem Medium zu erhalten“. (Bettina Fraschke)

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