Corona-Krise 

Frust bei den Eltern wächst: Viele erhalten Kita-Gebühren für Corona-Schließzeit nicht zurück

Seit zwei Monaten sind die Kitas in Kassel geschlossen. Die Stadt Kassel will die Beiträge für die Schließzeiten zurückerstatten. Dies gilt aber nur für städtische Einrichtungen. Dieses verärgert die Eltern. 

  • Seit zwei Monaten sind wegen der Corona-Krise die Kitas in Kassel geschlossen
  • Stadt Kassel will Beiträge für die Schließzeit erstatten
  • Besonders Hort- und U3-Plätze stellen Problem dar 

Kassel - Seit zwei Monaten sind die Kitas in Kassel wegen der Corona-Pandemie im Notbetrieb. 88 Prozent der 10.500 Kita-, Krippen-, Hort- und Tageselternplätze können nicht genutzt werden. Dennoch müssen Eltern Beiträge zahlen.

Weil die Kitas vor den Sommerferien nicht mehr in den Normalbetrieb wechseln, bedeutet dies für viele Eltern eine Doppelbelastung: Sie müssen sich um die Betreuung ihrer Kinder kümmern und gleichzeitig die Kitagebühr stemmen. In etlichen Fällen kommen einige hundert Euro zusammen.

Corona-Krise: Freie und konfessionelle Kitas in Kassel erstatten die Gebühren bis jetzt noch nicht 

Besonders ärgerlich ist die Situation für Eltern, deren Kinder freie Kitas in Kassel besuchen. Denn während die Stadt angekündigt hat, nach Wiedereröffnung ihrer Kitas die in der Schließzeit angefallenen Beiträge auf Antrag zu erstatten, gilt das Angebot für die freien und viele konfessionelle Kitas nicht. Dies sorgt bei den freien Kindertagesstätten, die etwa die Hälfte der Kasseler Plätze zur Verfügung stellen, für viel Unmut.

In der Kita „Orte für Kinder“ an der Friedrich-Ebert-Straße haben Eltern und Personal kein Verständnis für die Regelung. „Viele Eltern haben in diesen Tagen weniger Einkommen und oft auch keinen Anspruch auf Notbetreuung“, sagt Elternvertreter Jörg Hoefer. Er glaubt, dass deren Ärger mit jedem Monat wachsen wird. Wer über Monate Geld zahle und keine Gegenleistung erhalte, sei frustriert.

Kitas in der Corona-Zeit: Land Hessen soll einheitliche Standards in Kassel schaffen 

Bei den Hort- und U3-Plätzen, die geringer vom Land bezuschusst werden und je nach Einrichtung zwischen 150 und 250 Euro monatlich kosten, ist das Problem besonders groß. „Anders als die Stadt sind wir finanziell nicht in der Lage, den Eltern ihre Gebühren für nicht genutzte Plätze zu erstatten. Schließlich müssen wir unsere laufenden Kosten für Miete und Personal decken“, sagt Ilona Dippel-Schmidt aus dem Leitungsteam der Kita. Die Elternbeiträge machten beispielsweise im Hortbereich 35 Prozent der Gesamteinnahmen aus.

Aus ihrer Sicht ist es Aufgabe des Landes, für alle Eltern gleiche Regelungen zu schaffen. „Es werden so viele Schutzschirme für Firmen aufgespannt, da sollte auch Geld für Eltern da sein, die derzeit ohnehin sehr belastet sind“, sagt Dippel-Schmidt.

Kitas in Kassel: Ersattungsregel wegen Corona-Krise "willkürlich" 

Hoefer vom Elternbeirat hält die Erstattungsregel zudem für willkürlich: „Die Eltern suchen sich oftmals nicht aus, wo sie einen Platz für ihr Kind bekommen. Oft hat man keine Wahl, sondern bekommt nur ein Angebot in der Nähe.“

Neben den städtischen Kita-Plätzen wird es auch für ungenutzte Plätze bei Tageseltern eine Erstattung durch die Stadt geben. Zudem hat der Stadtkirchenkreis für die evangelischen Kitas angekündigt, die Beiträge auf Antrag zurückzuzahlen.

Corona in Kassel: Gespräche mit den Kita-Trägern werden geführt 

Der Dachverband der freien Kindertagesstätten in Kassel (Dakits) hat unterdessen Jugenddezernentin Ulrike Gote (Grüne) in einem Brief aufgefordert, sich bei der Stadt für eine Erstattung der Beiträge auch für Plätze in freien Kitas einzusetzen. Nur so sei eine Gleichbehandlung möglich. Die freien Träger könnten dies finanziell nicht leisten. Gote hatte in einem Gespräch mit Elternbeiräten gesagt, die betroffenen Eltern sollten sich wegen einer Rückerstattung an ihre jeweiligen Kita-Träger wenden.

Von Bastian Ludwig 

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Rubriklistenbild: © Foto: Bastian Ludwig

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