Radfahrer in Innenstadt

Er wurde auf Königsplatz „über den Haufen gefahren“ - Mann fordert Geldstrafen

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Wurde Opfer in der Fußgängerzone: Am 18. Juni, damals gab es die Baustelle noch nicht, wollte Hans Dinant von der Haltestelle (hinten rechts) den Königsplatz Richtung Mauerstraße überqueren. Dabei wurde er von einem Radfahrer umgefahren.  

Kassel. Hans Dinant ist in der Kasseler Fußgängerzone von einem Radfahrer umgefahren und schwer verletzt worden. Er fordert Strafen für unerlaubtes Radfahren in der Königsstraße. 

Auch wenn das Durchkommen für Fußgänger derzeit in der Innenstadt wegen der Baustelle schon schwer ist, so gibt es immer noch Menschen, die versuchen, mit ihrem Rad über die Königsstraße zu fahren. Am Freitag schlängelte sich zum Beispiel ein Mann auf seinem Rad auf dem roten Baustellenteppich zwischen Fußgängern vorbei. Bis er von einem Ordnungspolizisten gestoppt wurde. Nach ein paar Worten schob der Mann sein Rad weiter.

Wenn es nach dem 67-jährigen Hans Dinant aus Kassel ginge, sollte jeder Radfahrer, der tagsüber über die Königsstraße fährt, zur Kasse gebeten werden. Obwohl der Musiker selbst Radfahrer ist und kein Auto besitzt, sind ihm Radfahrer in der Fußgängerzone ein Dorn im Auge. Spätestens seit dem 18. Juni dieses Jahres. Dinant war mit der Straßenbahn in die Innenstadt gefahren. Am Königsplatz stieg er gegen 18 Uhr aus. Als die Bahn weitergefahren war, wollte er auf die Schienen treten, um den Platz in Richtung Mauerstraße zu überqueren. Doch dann wurde er von einem Radfahrer „über den Haufen gefahren“, wie Dinant sagt.

Dabei handelt es sich nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz um einen 22-jährigen Mann aus Kassel. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Zudem ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. In der Königsstraße ist das Radfahren nämlich nur zwischen 20 und 6 Uhr erlaubt.

Der Radfahrer habe sofort gehalten und sich um ihn gekümmert, ebenso wie zwei Frauen, schildert Dinant. Bei dem Zusammenstoß sei eine Rippe gebrochen, zudem habe er Hämatome, Prellungen und eine blutende Wunde am Arm gehabt. Er sei fünf Tage im Krankenhaus behandelt worden, sagt der 67-Jährige. Noch heute, sechs Wochen nach dem Unfall, habe er Schmerzen.

Dinant vertritt die Ansicht, dass es nichts bringt, an die Vernunft und Rücksichtnahme (junger) Radfahrer zu appellieren, in der Innenstadt nicht zu rasen. „Vielleicht kommt die Einsicht, wenn es ums Geld geht. Warum werden nicht einfach zwei Ordnungshüter an der Königsstraße eingesetzt, die von jedem fahrenden Radler 20 Euro kassieren?“ fragt der 67-Jährige. Das sei sinnvoller, als Knöllchen an Falschparker zu verteilen, die er allerdings auch nicht in Schutz nehmen wolle.

Müssten Fußgänger erst schwer verletzt werden, damit etwas gegen Radfahrer in der Fußgängerzone unternommen wäre? Das fragt sich Dinant.

Der 22-Jährige, der ihn angefahren hat, hat übrigens nicht nur ein Strafverfahren am Hals. Es gibt auch noch eine zivilrechtliche Ebene. Dinant verlangt Schmerzensgeld. Zudem soll der Radfahrer für seine Anwalts- und Krankenhauskosten aufkommen. 

Das sagt die Stadt

Die meisten Radfahrer sind einsichtig Die Mitarbeiter des kommunalen Vollzugsdienstes sind regelmäßig in der Fußgängerzone zu verschiedenen Uhrzeiten auf Streife, sagt Michael Schwab, Sprecher der Stadt. Radfahrer, die verbotenerweise die Fußgängerzone befahren, werden angehalten und auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. Die Möglichkeiten der Sanktionierung dieses Verhaltens reicht von einer mündlichen Verwarnung bis hin zu einem Verwarngeld in Höhe von 35 Euro. Rücksichtslose Radfahrer werden regelmäßig mit einem Verwarngeld belangt. Die Mehrheit der Radfahrer verhält sich jedoch einsichtig und schiebt das Rad nach Aufforderung durch die Fußgängerzone. Ähnliche Vorfälle, wie in dem Artikel beschrieben, sind dem Ordnungsamt nicht bekannt.

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