Aktionsbündnis

Kassel kohlefrei: Mit Kommunikation statt Konfrontation zum raschen Ausstieg

Mit Kohle-Würfel: Mitglieder des Aktionsbündnisses Kassel kohlefrei im September 2019 bei einem Protestzug durch Kassel.
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Mit Kohle-Würfel: Mitglieder des Aktionsbündnisses Kassel kohlefrei im September 2019 bei einem Protestzug durch Kassel.

Das Aktionsbündnis Kassel kohlefrei hat die Unterschriften für ein Bürgerbegehren zusammen, will nun aber erst einmal mit der Stadt verhandeln.

Kassel - Kommunikation statt Konfrontation: Mit dieser Strategie will das Aktionsbündnis Kassel kohlefrei zunächst sein Engagement für einen möglichst schnellen Kohleausstieg fortsetzen. Das entscheidende Gespräch stehe dabei in der nächsten Woche bevor, berichtet Marie Ossenkopf, die Sprecherin des Aktionsbündnisses. So werde man sich am Dienstag, 4. August, mit Oberbürgermeister Christian Geselle treffen, um über einen Zeitplan für den Kohleausstieg in Kassel zu verhandeln.

Tatsächlich liegen die Positionen von Kassel kohlefrei auf der einen sowie Stadt und Städtische Werke auf der anderen Seite inzwischen gar nicht mehr so weit auseinander. Das Bündnis fordert den Kohleausstieg bis Sommer 2023. Die Städtischen Werke hatten zuletzt angekündigt, die ursprünglich für 2030 geplante Umrüstung des Kohlekraftwerks an der Dennhäuser Straße auf Mitte 2025 vorziehen zu wollen. Es bleibt also noch eine Differenz von rund zwei Jahren in den anstehenden Verhandlungen aufzuarbeiten.

Kassel kohlefrei: „Wärmewende“ für Kassel im Gespräch

Als positiv schätzt Ossenkopf den Vorstoß der Städtischen Werke ein. Inhaltlich liege man nicht mehr weit voneinander entfernt. „Tatsächlich trennt uns weniger als uns verbindet. Nun liegt es an der Stadtpolitik, sich ihrerseits hinter den Kohleausstieg zu stellen und ihn mit einem verbindlichen Beschluss abzusichern.“

Wegen der laufenden Gespräche sieht Kassel kohlefrei nach Ossenkopfs Angaben bisher davon ab, das Bürgerbegehren formal einzureichen, obwohl das Unterschriftenquorum bereits „übererfüllt“ ist. Wie berichtet, hat das Bündnis rund 7000 Unterschriften für den angestrebten Bürgerentscheid zum Kohleausstieg zusammen, 4501 Unterschriften müssen es formal sein (siehe Bericht unten).

„Wir setzen große Hoffnungen in den Austausch mit Christian Geselle. Einen Kohlefahrplan für Kassel erreicht man leichter gemeinsam“, betont Ossenkopf für das Aktionsbündnis. Gespräche über weitere Schritte zur „Wärmewende“ Kassels führe man auch mit den Städtischen Werken, die dazu eingeladen hätten.

Kassel kohlefrei: Starke Beteiligung trotz Corona-Pandemie

Das war offenkundig nicht immer so. Als Kassel kohlefrei vor einem Jahr die Kampagne für sein Bürgerbegehren startete, hatte das Bündnis diesen Schritt vor allem damit begründet, dass man ein Jahr lang erfolglos versucht habe, den schnellen Kohleausstieg über Verhandlungen mit Stadt, Kraftwerksbetreiber und mit Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung herbeizuführen.

Das Aktionsbündnis Kassel kohlefrei ist seit einem Jahr aktiv. Anfang August 2019 startete die Kampagne mit der Forderung nach einem Kohleausstieg in Kassel bis spätestens Sommer 2023. Trotz Corona-Pandemie bekam das Bündnis rund 7000 Unterschriften für das angestrebte Bürgerbegehren und den Bürgerentscheid zusammen. Benötigt werden 4501 Unterschriften. Das Bündnis wird unter anderem unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future, Klimagerechtigkeit Kassel, Transition Town, Extinction Rebellion und dem AStA der Universität Kassel. (Andreas Hermann)

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