Sänger tritt im August in Kassel auf 

"Xavier Naidoo ist ein homophober Rassist" Aufruf zum Boykott für Konzerte in Kassel

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Kassel: Xavier Naidoo ist ein homophober Rassist - Forderung zum Konzertboykott wird laut

Xavier Naidoo spielt ein Konzert in der Kassel. Zuletzt wurde er vermehrt mit Rassismus in Verbindung gebracht. Nun ruft die Grüne Jugend zum Konzertboykott auf.

  • Xavier Naidoo tritt im August in Kassel auf
  • Zuletzt brachten ihm veröffentlichte Video-Botschaften negative Schlagzeilen ein
  • Die Grüne Jugend fordert jetzt zum Boykott seines Konzerts auf

Kassel - Am 16. August tritt der umstrittene Sänger Xavier Naidoo in Kassel auf. Nach seinen jüngsten Äußerungen fordert die Grüne Jugend einen Boykott des Konzerts. Auch anderswo gibt es Kritik. Die neuesten Hits von Xavier Naidoo gibt es nicht im Plattenladen oder auf Spotify, sondern bei Telegram. In einer Gruppe des WhatsApp-Konkurrenten veröffentlichte der umstrittene Sänger gerade zwei Video-Botschaften, die ihm wieder Schlagzeilen bescherten.

Konzert in Kassel: Xavier Naidoo durch Video-Botschaften in Kritik

In der einen berichtet der 48-Jährige unter Tränen, dass weltweit gerade Kinder aus den Händen einer Blut trinkenden Foltergruppe befreit würden. Antisemiten verbreiten diese Verschwörungstheorie gern, weil sie meinen, Juden würden hinter dem angeblichen Ring stecken. In dem anderen Clip vertrat der Musiker die These, dass Parteien wie die Linke und die SPD faschistisch seien, weil sie nur eine Meinung gelten lassen würden.

Nach solchen Äußerungen sind immer mehr der Meinung: Xavier Naidoo ist „ein homophober Rassist, der antisemitische Sprache verwendet und rechtsextreme Verschwörungstheorien verbreitet“. So hat es die Grüne Jugend Kassel gerade in einer Pressemitteilung formuliert und die Absage des für den 16. August geplanten Konzert Naidoos beim Open-Air-Wochenende an den Messehallen gefordert.

Konzert in Kassel: Aufruf Musik von Xavier Naidoo zu boykottieren 

In dem Text fordern Sprecherin Julia Teresa Höhl und Vorstandsmitglied Felix Donhäuser: „Boykottieren Sie seine Musik, kaufen Sie sich keine Konzertkarten. Und an den Veranstalter MM Konzerte appellieren wir, den Auftritt abzusagen.“

Als Begründung führen sie zahlreiche Äußerungen und Songtexte des Mannheimers an. So bekannte Naidoo schon 1999: „Ich bin ein Rassist, aber ohne Ansehen der Hautfarbe.“ Er verbreitete die bei Reichsbürgern beliebte Verschwörungstheorie, dass Deutschland weiterhin besetzt sei. 

In einem Lied mit dem Rapper Kool Savas sang er über Ritualmorde von Schwulen an Kindern, was für Kritiker eine Gleichsetzung von Homosexualität und Pädophilie war. Zuletzt sang er davon, dass Deutsche täglich von Fremden ermordet würden, und vertrat die These, dass hinter „Fridays for Future“ der Teufel stecke.

Konzert in Kassel: Xavier Naidoo musste Jury von Castingshow verlassen

Deswegen schmiss ihn RTL aus der Jury der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“. Pro Sieben kündigte sogar einen lebenslangen Boykott an: „Wir versprechen: Der Sänger mit dem Aluhut wird nie wieder mit seiner Musik in unseren Shows sein. Nie wieder.“

Trotz der nicht neuen Vorwürfe gegen Naidoo ist die Nachfrage nach Konzertkarten für Kassel groß. Uwe Vater, Chef der Agentur MM Konzerte, rechnet mit 6000 Besuchern. Seit mehr als 30 Jahren organisiert er Konzerte in Kassel. An einen Boykottaufruf kann sich der 65-Jährige nicht erinnern. 

Naidoos Aussagen will er nicht kommentieren. Er sagt lediglich: „Meine persönliche Meinung steht hinten an. Wir machen Musik und Entertainment. Das ist meine Passion.“ Und: „Wir haben einen Konzertvertrag zu erfüllen.“

Konzert in Kassel: Bürgermeister möchte sich nicht zu Xavier Naidoo-Debatte äußern

Christian Geselle (SPD), Oberbürgermeister  von Kassel, will sich gar nicht zur Debatte äußern. „Die Stadt hätte ohnehin keine rechtliche Handhabe, das Konzert zu untersagen“, teilt ein Sprecher auf Anfrage mit. Geselles Amts- und Parteikollege aus dem badischen Ladenburg, wo Naidoo am 15. August auftreten soll, hat das anders gehalten. 

Der dortige Bürgermeister Stefan Schmutz sagte, dass die Weltanschauung des Künstlers nichts gemein hätte mit „dem liberalen und offenen Weltbild Ladenburgs“. In einem Video drohte Naidoo daraufhin, das Konzert selbst abzusagen, und sagte: „Macht euren Scheiß doch allein und gebt mir mein Geld wieder.“

Mit den Broilers, Scooter und Mark Forster wird Xavier Naidoo in Kassel ein Open-Air-Konzert* geben. Zuletzt geriet Xavier Naidoo wegen homophoben Texten und Konzerten* bei Reichsbürgern in die Kritik.  

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