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Kriminalstatistik 2021: Hunderte Straftaten wegen Corona

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Viele der in der Kriminalstatistik erfassten Straftaten für den Landkreis Kassel stehen in Verbindung mit Corona – so etwa zahlreiche Urkundenfälschungen. (Symbolbild)
Viele der in der Kriminalstatistik erfassten Straftaten für den Landkreis Kassel stehen in Verbindung mit Corona – so etwa zahlreiche Urkundenfälschungen. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Betrugsfälle, Urkundenfälschung und häusliche Gewalt: Viele Straftaten aus dem Jahr 2021 stehen laut aktueller Kriminalstatistik in Verbindung mit Corona.

Kassel - 428 Straftaten, die im vergangenen Jahr im Bezirk des Polizeipräsidiums Nordhessen begangen worden sind, stehen im direkten Zusammenhang mit Corona. Ein Großteil dieser Straftaten passierten in der Stadt Kassel. Das erklärte am Freitag Nordhessens Polizeipräsident Konrad Stelzenbach bei der Präsentation der Polizeistatistik für das vergangene Jahr.

Konrad Stelzenbach Polizeipräsident
Konrad Stelzenbach Polizeipräsident © Ulrike Pflüger-Scherb

Die Corona-Straftaten fallen ganz unterschiedlich aus. So befindet sich darunter ein Fall aus Frankenberg, in dem einem Mann vorgeworfen worden ist, seinem Onkel eine Corona-Infektion verschwiegen zu haben. Der Mann steckte den Onkel an, der daraufhin an dem Virus gestorben ist. Gegen den Mann wird jetzt wegen Totschlags ermittelt. Zudem wird in 119 Betrugsfällen ermittelt. Diese Straftaten wurden größtenteils in Testcentern begangenen. Die Betreiber rechneten Coronatests ab, die sie gar nicht gemacht hatten. Hinzu kommen 67 Fälle von Urkundenfälschungen: Hier sind entweder Testergebnisse oder Impfzertifikate gefälscht worden. Im Zusammenhang mit Corona werde zudem in 30 Fällen von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Kriminalstatistik 2021: Viele Übergriffe auf Einsatzkräfte in Kassel

Angriffe auf Polizeibeamte sowie Bedienstete von Rettungsdiensten und der Feuerwehr hätten im Vorjahr ohnehin wieder stark zugenommen, so Stelzenbach. In der Stadt Kassel griffen in 188 Fällen Tatverdächtige Einsatzkräfte an. Das ist ein Plus von 61 Straftaten im Vergleich zu 2020 und entspricht einem Anstieg um 48 Prozent. Auch im Landkreis Kassel wurde eine Steigerung registriert. Hier gab es im vergangenen Jahr 43 Delikte, das sind elf Fälle (34,4 Prozent) mehr als 2020. Laut Stelzenbach ist jeder dritte Einsatzbeamte Opfer eines Angriffs geworden – zumindest rein statistisch.

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Auch die Fälle der häuslichen Gewalt sind 2021 sowohl in Stadt als auch im Landkreis stark angestiegen. Mit 700 Fällen in Kassel gab es einen neuen Höchststand, im Kreis wurden 373 Fälle registriert. Ein Teil des Anstiegs lasse sich sicher auf die Corona-Pandemie zurückführen. Homeoffice und Kurzarbeit hätten sicher auch dazu geführt, dass das Konfliktpotenzial in den Familien gestiegen ist.

Kriminalstatistik 2021: Viele Delikte in Kassel nicht aufgeklärt

Durch die Lockdowns war die Zahl der Straftaten im Jahr 2020 in Stadt und Landkreis Kassel auf einem historischen Tiefstand. 2021 habe die Straftaten wieder leicht zugenommen. Mit 16 848 registrierten Delikten ergibt sich in der Stadt ein Plus von 591 Straftaten (3,6 Prozent) bei einer Aufklärungsquote von 59,9 Prozent. Im Kreisgebiet wurden 7177 Delikte angezeigt (1,1 Prozent mehr als 2020). Die Aufklärungsquote lag bei 64,7 Prozent (2020: 63,5 Prozent). (use)

Im Dezember entdeckte die Polizei im Rahmen von Ermittlungen eine mutmaßliche Fälscherwerkstatt in Kassel. Neben mehr als 800-Blanko-Impfausweisen wurden auch Impfstoffaufkleber gefunden.

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