Kassel als Kulturhauptstadt: Entscheidung zur Bewerbung fällt 2016

Kassel. Die große Mehrheit der Kasseler Bürger steht einer erneuten Bewerbung für den Titel europäische Kulturhauptstadt grundsätzlich positiv gegenüber.

Das zumindest ist das Ergebnis einer Umfrage, zu der die Stadt Anfang 2015 aufgerufen hatte. Mehr als 800 der über 1000 Teilnehmer (82 Prozent) sprachen sich für eine Bewerbung Kassels als „Kulturhauptstadt Europas 2025“ aus.

Die Umfrage stand im Zeichen der Neujahrsansprache, in der Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) die erneute Bewerbung erstmals ins Spiel gebracht hatte. Ob die Kasseler Stadtverordneten Hilgens Vorschlag folgen, wird sich in der Sitzung am 16. November zeigen. Sie sollen die Prüfung in Auftrag geben. Mit der Entscheidung, ob die Stadt Kassel tatsächlich noch einmal ihren Hut für den Wettbewerb europäische Kulturhauptstadt in den Ring werfen soll, wird die aktuelle Stadtverordnetenversammlung jedoch nichts zu tun haben. Denn der Grundsatzbeschluss für oder gegen die Neuauflage wird nach dem jetzt vorliegenden Zeitplan auf den Herbst 2016 vertagt.

Hintergrund: Am 6. März 2016 sind Kommunalwahlen im Land Hessen. Nach Einschätzung Hilgens sind die Konsequenzen einer Bewerbung für den Kulturhauptstadt-Titel so weitreichend, dass darüber die neu gewählten Stadtverordneten entscheiden sollen.

In der Vorlage für das Stadtparlament heißt es, die Kulturhauptstadt-Bewerbung sei als Stadtentwicklungsprojekt zu verstehen. Die Kultur könne ein Mittel zur gesamtstrukturellen Veränderung und ein Meilenstein in einer langjährigen Phase des Aufschwungs sein.

Die Europäische Union verleiht den Titel „Kulturhauptstadt Europa 2025“ an eine Kommune aus Deutschland. Auch in anderen Städten ist der Bewerbungsprozess noch nicht wirklich über die bloße Interessensbekundung hinausgekommen. Offensiv weisen bereits das sächsische Dresden und Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg auf ihre Bewerbung hin. Eher bedeckt halten sich die ebenfalls interessierten Städte Nürnberg und Leipzig, in denen die Bewerbung politisch umstritten ist.

Kassel hatte sich schon um den Titel Kulturhauptstadt 2010 bemüht, den Zuschlag hatte damals aber die Ruhrgebiets-Metropole Essen erhalten. Hunderte Kasseler hatten die Bewerbung unterstützt. Aufbauend auf diesen Erfahrungen soll nun geklärt werden, welche Chancen und Risiken mit einer erneuten Bewerbung für Stadt und Region verbunden sind.

Fakt ist: Allein durch die neue Grimmwelt und die Anerkennung des Bergparks Wilhelmshöhe als Weltkulturerbe (2013) hat Kassel gegenüber dem Bewerbungsverfahren für 2010 deutlich zugelegt. Fakt ist aber auch: Die kulturelle Bedeutung der bisher bekannten möglichen Konkurrenten – allen voran Dresden und Leipzig – ist ebenfalls allererster Güte.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.