Ministerpräsident Bouffier eröffnete die Landesausstellung in der documenta-Halle

Kassel feiert die Grimms

Kassel. „Die Grimms sind wahre Hessen gewesen“, sagte Volker Bouffier am Samstag bei der Eröffnung der Landesausstellung „Expedition Grimm“ in der documenta-Halle mit Blick auf die Orte, in denen Jacob und Wilhelm gelebt haben.

In Hanau geboren, in Steinau an der Straße aufgewachsen, nach dem Tode des Vaters zogen sie dann nach Kassel.

Warum fiel die Wahl beim Ausstellungsort ausgerechnet auf die nordhessische Metropole? Dafür lieferte der hessische Ministerpräsident, der die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hat, die einzig wahre Antwort: Weil die Sprachforscher und Märchensammler hier die glücklichste und wichtigste Zeit ihres Lebens verbracht haben.

Das Land Hessen hat 1,5 Millionen Euro in die Ausstellung investiert, die Kurator Dr. Thorsten Smidt mit seinem Team innerhalb eines Jahrs konzipiert, geplant und umgesetzt hat. Um die 200 Gäste sahen sich bereits am Samstagmorgen das Ergebnis an.

Ein ausgezeichnetes: Smidt und seinen Kollegen ist es gelungen, den Anspruch von Eva Kühne-Hörmann, Ministerin für Wissenschaft und Kunst, gerecht zu werden: Die Ausstellung ist für ein breites Publikum gedacht, alle Altersstufen, Grimm-Kenner, aber auch Laien, die die berühmten Brüder und ihr Werk kennenlernen wollen. 140 Exponate von 30 Leihgebern, darunter Möbelstücke und Schmuck der Familie Grimm, aber auch wichtige Werke sind in drei Kabinetten zu sehen. Im Untergeschoss ist das Leben und Werk von Jacob und Wilhelm spielerisch zu erfahren. Auf acht Pfaden werden die Hauptwerke der Grimms dargestellt.

Während Jutta von Both und Mathilde von Bülow in einer Erstausgabe das Märchen „Zwölf Brüder“ lasen, ritten Carola und Lilli nebenan auf dem Esel der Bremer Stadtmusikanten und sangen, dass dieser wohl betrunken sei. Bei einem Ratespiel nach dem Vorbild „Wer mit Millionär?“ kann man sein Wissen über die Gelehrten testen.

Die Geschwister Karla und Keno, die aus der Grimm-Stadt Steinau in Kassel zu Besuch waren, fischten aus einer Suppe Holzbuchstaben. Aber nur A bis F. Soweit sind die Sprachforscher seinerzeit nämlich im Deutschen Wörterbuch nur gekommen.

Ministerin Kühne-Hörmann drückte die Hoffnung aus, dass die Ausstellung das Werk der Brüder noch bekannter und beliebter mache. „In China sind die Märchen fast noch populärer als bei uns“, sagte sie.

Dass die Chinesen die Geschichten der Grimms lieben, wurde an den Aufführungen der chinesischen Tanzgruppe „Shenzhen Art School“ deutlich, die die Märchen „Rapunzel“ und „Rotkäppchen“ interpretierten. Zauberhaft.

Die Ausstellung hat von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am heutigen Samstag, 27. April, ist der Eintritt frei.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Landesausstellung zeigt „Grimms für alle“

Rubriklistenbild: © Koch

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