Sichergestellte Hunde in Kassel: „Problem ist der Mensch“

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Uwe Bräuer, Hunde, Hundeschule Apollo Liebenau und Lothar Pflüger, Ordnugnsamt Kassel

Liebenau/Kassel. In Hessen stehen diese Tiere – insgesamt neun Hunderassen und deren Kreuzungen – auf der Liste gefährlicher Hunde. Sichergestellte Hunde werden von der Stadt Kassel und den Landkreiskommunen gemeinsam unter gebracht.

Es sind Staffordshire Terrier, Pitbulls aber auch Rottweiler und türkische Kangals. Sie bellen, wenn man sich ihrem Zwinger nähert, springen im Kreis herum oder drücken sich ans Gitter, weil sie gekrault werden wollen. Die meisten nähern sich mit wedelndem Schwanz

Hunde-Trainer Uwe Bräuer, Inhaber der Hundeschule Apollo in Liebenau (Kreis Kassel) redet mit ihnen, streichelt sie, ruft die Tiere ruhig aber bestimmt zur Raison. Dieses Dutzend Hunde, das auf dem weitläufigen Gelände seiner Hundeschule in sauberen und großzügigen Gehegen untergebracht ist, eint ein Schicksal: Sie wurden von Ordnungsamtmitarbeitern sichergestellt. Es handelt sich um erlaubnispflichtige Hunde, die wegen aggressiven Verhaltens aufgefallen sind, weil ihre Besitzer ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt oder die Tiere schlecht behandelt haben.

Bräuer sagt: „Das Problem ist fast immer der Mensch.“ Um die Hunde gut unterzubringen und ihnen eine fachgerechte Betreuung zukommenzulassen, arbeitet das Kasseler Ordnungsamt ebenso wie sämtliche Landkreisgemeinden mit Bräuers Hundeschule in Liebenau zusammen. „Wir haben lange nach einem Partner gesucht und haben hier ideale Bedingungen gefunden“, sagt Udo Hanika vom Kasseler Ordnungsamt.

In Kassel benötigen insgesamt 130 von 6000 Hunden, die in der Stadt gemeldet sind, eine Erlaubnis. Sie sind aufgrund der Hundeverordnung als so genannte gefährliche Hunde gelistet (im Volksmund Kampfhunde).

Wenn der Halter seiner besonderen Verantwortung nicht nachkommt oder der Hund beim obligatorischen Wesenstest durchfällt, muss ihn das Ordnungsamt sicherstellen.

Für die Unterbringung kommt fast immer die Kommune auf, denn bei 95 Prozent der Halter ist nichts zu holen, so Hanika.Aber die Hunde bekommen eine zweite Chance auf ein neues Zuhause. Viele werden vom Ordnungsamt an neue Besitzer vermittelt.

Von Christina Hein

Interessenten können sich informieren: Tel. 05 61/7 87 30 18

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