Kunstwerk wurde restauriert 

Neuer Standort an der Wilhelmsstraße: Linearuhr leuchtet wieder in Kassel

Strahlt nun an einem neuen Standort: Die Linearuhr wurde nach ihrer Restaurierung unweit des alten Standorts wieder aufgestellt. 
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Strahlt nun an einem neuen Standort: Die Linearuhr wurde nach ihrer Restaurierung unweit des alten Standorts wieder aufgestellt.  

Die Linearuhr des verstorbenen Kasseler Künstlers Peter Hertha leuchtet nach Restaurierungsarbeiten an einem neuen Standort. 

Sie taucht die Wilhelmsstraße wieder in ein warmes Licht und zeigt dabei die Uhrzeit an: Die Linearuhr des verstorbenen Kasseler Künstlers und Ingenieurs Peter Hertha leuchtet nun nach mehrwöchigen Restaurierungsarbeiten an einem neuen Standort – unweit des alten, am Rande des Ständeplatzes auf einer Fußgängerinsel.

„Hier ist die Linearuhr nun besser geschützt. Außer Fußgängern und Radfahrern gibt es sonst keinen Straßenverkehr“, sagte Kulturdezernentin Susanne Völker bei der feierlichen Einweihung am Freitagabend. 

Ideal sei der neue Standort, sagte auch Jens Erben, ein Freund der Familie Hertha und Unterstützer des Projektes, und erinnerte daran: „Nicht nur die Uhrzeit zeigt das Kunstwerk an. Auch Herthas Gedanken über Zeit, Licht und Leben bringt es zum Ausdruck.“

Zuvor hatte die Stele, die mittels 39 Glühlampen Stunden, Minuten und Sekunden anzeigt, am oberen Ende der Wilhelmsstraße gestanden und dort die Durchfahrt für den Lieferverkehr verengt. In den vergangenen Jahren wurde das Kunstwerk mehrfach von Lieferwagen beschädigt, auch die Statik wurde dabei beeinträchtigt. „Man musste befürchten, dass etwas passiert“, so Völker.

In diesem Bereich befindet sich der neue Standort der Linearuhr:

Mit dem Einverständnis der Erben des Künstlers Hertha, seiner Frau Ella Hertha und seinen Töchtern, die auch zur Einweihung erschienen waren, wurde die Uhr abgebaut und um wenige Meter versetzt. 

Im Zuge dessen wurde die lichtkinetische Uhr technisch auf einen neuen Stand gebracht. „Die Leuchtmittel wurden auf LED umgestellt“, sagte René Bernhardt, Elektrotechniker der Firma Landwehr und Schultz, die für den elektronischen Aufbau verantwortlich war. Die Spiegelfolie hinter den Glühbirnen sei erneuert worden, neue Kabel im Erdreich verlegt worden, sagte Bernhardt. „Die Glühbirnen sind zwar neu, aber haben die Optik der alten.“ Man habe sich trotz der technischen Neuerungen am Original orientiert.

Der Künstler und Erfinder der Linearuhr Peter Hertha hatte das Kunstwerk 1977 der Stadt Kassel geschenkt. Hertha, der für seine elektronischen Lichtskulpturen bekannt war, hatte auch bei der Entwicklung des Lasers des documenta-Künstlers Horst H. Baumann mitgewirkt. 

1991 starb Hertha im Alter von 51 Jahren. Seither kümmern sich seine Töchter um das Erbe des Vaters. Schon vor vier Jahren hatten sie auf die dringend nötige Restaurierung hingewiesen

Über die Kosten für die Instandsetzung konnte die Stadt Kassel bislang noch keine Angaben machen.

So funktioniert die Linearuhr

Um die Uhrzeit von der Linearuhr abzulesen, muss man eigentlich nur die Addition beherrschen. Die 39 Glühbirnen sind in sechs Gruppen aufgeteilt – die vergleichbar sind mit den sechs Stellen einer Digitaluhr. Die ersten beiden Lampen zeigen an, ob die Uhrzeit mit einer 1 oder einer 2 beginnt (also die Zehnerstunden), die nächsten neun Lampen zeigen, welche Zahl folgt. Dieses System setzt sich für die Minuten und Sekunden fort.

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