Raumbedarf bei 6500 Quadratmetern

Protest mit Luftballons gegen das documenta-Institut auf dem Karlsplatz

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Geschäfts-Anlieger wollen keinen Neubau: Von links Heinz Jacob, Heike Peter, Klaus Nenninger, Peter Kracheletz, Verena Nenninger, Sarah Peter und Hans-Martin Böhm bei der Ballon-Aktion am Mittwochmorgen. 

Mit einer symbolischen Aktion zeigten Gegner einer Bebauung des Karlsplatzes, welche Ausmaße der Neubau eines documenta-Instituts haben könnte.

Im Morgennebel über dem Karlsplatz schwebten am Mittwoch 20 rote Luftballons, deren lange Schnüre an der Einfriedung der zentralen Parkplatzfläche befestigt waren. Der ungewöhnliche Anblick veranlasste eine Passantin zu der Frage, wer denn heute wohl beim nahen Standesamt heirate. Doch die Aktion hatte einen stadtpolitischen Hintergrund, sie war eine Art Mahnwache.

Geschäftliche Anlieger wollten damit ihrer Besorgnis über die Absicht der Stadt Ausdruck verleihen, das geplante documenta-Institut auf dem Karlsplatz zu errichten. Die Ballons und ihre Höhe bis zum vierten Geschoss der umliegenden Häuser sollten symbolisch nachzeichnen, wieviel Raum ein solches Bauwerk einnehmen würde.

Es würde den Platz erschlagen, meinen die Kritiker, die um ihre geschäftlichen Perspektiven fürchten. „Zweieinhalb Jahre Bauzeit werden hier viele nicht überleben“, sagte Initiativen-Sprecher Heinz Jacob. Der Karlsplatz sei der einzige unter insgesamt 17 von der Stadt betrachteten Bau-Standorten, an dem „wirtschaftliche Interessen gefährdet“ seien.

Für kommenden Montag, 9. Dezember, steht die Standortfrage auf der Tagesordnung des Stadtparlaments. Falls eine Bebauung des Karlsplatzes beschlossen würde, gäbe es in der Folge einen Architektenwettbewerb.

Dimensionen von möglichem Instituts-Neubau auf Karlsplatz unklar

Bis dahin bleibt offen, welche genauen Dimensionen ein Instituts-Neubau auf dem Karlsplatz haben würde. Der Raumbedarf liegt nach Angaben der Stadt Kassel bei einer Gesamtfläche von 6500 Quadratmetern über alle Geschosse, von denen „mindestens“ eines unter Bodenniveau liegen könnte.

Aus dieser Flächenangabe schließen die Kritiker der Karlsplatz-Bebauung auf das Volumen des Gebäudes, das dort entstehen könnte. Das sollte die Luftballon-Aktion am Mittwoch für Passanten sichtbar machen. Dass die so dargestellte Grundfläche um etwa 20 Prozent größer ausgefallen ist, als es maßstäblich wäre, liegt laut Jacob daran, dass die Ballonschnüre nur an bestimmten Stellen der Parkplatz-Umfriedung befestigt werden konnten.

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