Mahnwache vor Rathaus in Kassel

Terror-Anschlag in Hanau: Mahnwachen - In Gedanken bei den Opfern

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Als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer des Terror-Anschlags in Hanau leuchteten gestern zahlreiche Kerzen auf den Stufen der Rathaustreppe in Kassel.

In Kassel kommt es nach dem rechtsextremen Terror-Anschlag in Hanau zu einer Mahnwache. Kassels Bürgermeister dazu: „Hier ist kein Platz für Gewalt, Hetze, Hass und Rassismus.“

  • In Hanau kommen elf Menschen durch einen Anschlag ums Leben.
  • Der Vorfall wird als rechtsextremer Terroranschlag eingestuft.
  • In Kassel wurde zu einer „Mahnwache zu den rassistischen Morden in Hanau“ aufgerufen.

Kassel – Entsetzen hat der offenbar rechtsextreme Terroranschlag, bei dem elf Menschen in Hanau durch einen Terror-Anschlag ums Leben gekommen sind, auch in Kassel ausgelöst. Die Stadt sei tief erschüttert und schockiert, sagte Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle. Er habe in einem Brief dem Amtskollegen Claus Kaminsky aus Hanau und auch allen Hanauer Bürgern die tief empfundene Anteilnahme und Solidarität übermittelt, erklärte Geselle.

Angesichts des Mordes am Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke am 2. Juni 2019 und der Ermordung des Mitbürgers Halit Yozgat am 6. April 2006 durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) sei die Betroffenheit in Kassel besonders groß. Geselle: „Wir müssen noch enger solidarisch zusammenstehen. Hier ist kein Platz für Gewalt, Hetze, Hass und Rassismus.“

Terror-Anschlag in Hanau: Mahnwache in Kassel -  „Wir sind geschockt, traurig und wütend.“

Die Fahnen vor dem Rathaus wurden als Reaktion auf den Terror-Anschlag in Hanau mit Trauerbeflaggung gehisst. Am gestrigen Abend dann sind annähernd 250 Menschen dem Aufruf desDGB Nordhessen zur „Mahnwache zu den rassistischen Morden in Hanau“ vor dem Rathaus in Kassel gefolgt. „Wir sind geschockt, traurig und wütend. Aber wir sind nicht allein. Lasst uns zusammenkommen und zusammenstehen“, lautete der Appell der Gewerkschaft.

Die Teilnehmer gedachten den Opfern des Terror-Anschlags in Hanau, von denen viele einen Migrationshintergrund gehabt haben sollen. Fassungslos zeigte sich in Kassel auch Verdi-Landeschef Jürgen Bothner. „Heute ist nicht der Tag der Anschuldigungen, heute ist der Tag der Trauer.“ Über die offenbar rechtsextremistisch und rassistisch motivierte Tat werde aber noch zu reden sein. Bothner: „Es gilt jetzt, die Bemühungen im Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu verstärken.“

Mahnwache in Kassel: Terror-Anschlag in Hanau als Angriff auf „uns alle“

Zahlreiche Menschen versammeln sich am Rathaus in Kassel: Eine Mahnwache wegen des Terror-Anschlags in Hanau.

Zur Teilnahme an der Mahnwache, bei der den Opfern des Terror-Anschlags aus Hanau gedacht werden sollte, hatte auch die SPD aufgerufen. „Wir alle sind von den Morden in Hanau betroffen und schockiert“, sagte SPD-Vorsitzender Ron-Hendrik Hechelmann in Kassel. „Sie lösen in vielen Menschen auch langfristig Angst und Verunsicherung aus. Angst ist das Ziel von Terror. Dem müssen wir uns für eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft entgegenstellen.“

Auch die Grünen äußerten sich in einer Pressemitteilung zu den Vorfällen in Hanau. „Ich bin massiv geschockt über das brutale Grauen. Meine Gedanken sind bei den Familien und Freundeskreisen der Opfer“, sagte Boris Mijatovic, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rathaus in Kassel. Die Tat sei ein feiger, hinterhältiger Angriff auf „uns alle“, den niemand folgenlos hinnehmen könne.

Von Thomas Siemon und Andreas Hermann

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