Baumhaseln von Bakterium befallen

Kassel: Markante Baumgruppe auf dem Friedrichsplatz muss gefällt werden

Abgestorbene Äste und kaum noch grüne Blätter: Diese 60 Jahre alten Bäume vor dem Fridericianum müssen gefällt werden.
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Abgestorbene Äste und kaum noch grüne Blätter: Diese 60 Jahre alten Bäume vor dem Fridericianum müssen gefällt werden.

Ein Bakterium hat eine markante Dreiergruppe von Baumhaseln auf dem Friedrichsplatz befallen. Die 60 Jahre alten Bäume sind so geschwächt, dass sie gefällt werden müssen.

Kassel – Es sind keine Beuys-Bäume, doch die Dreiergruppe von Baumhaseln gehört seit Jahr und Tag zum Stadtbild auf dem Friedrichsplatz. Der Zustand hat sich über eine ganze Weile immer mehr verschlechtert, mittlerweile haben sie nur noch wenige grüne Blätter. Nach Angaben der Stadt besteht keine Chance mehr, dass sich die Bäume erholen. Sie müssen gefällt werden.

Das soll bereits in der kommenden Woche geschehen. Die gute Nachricht: Der Ersatz steht quasi schon bereit. Im Herbst sollen drei neue Bäume gepflanzt werden.

Volker Lange vom städtischen Umwelt und Gartenamt sagt, dass den Stadtbäumen nicht nur zunehmend Hitze und Trockenheit zusetzen. Auch neue Krankheiten und Schädlinge seien ein Problem. Die Baumhaseln auf dem Friedrichsplatz sind demnach durch ein Bakterium so sehr geschwächt, dass sie absterben.

Das ist ein Jammer, denn die geschätzt 60 Jahre alten Bäume haben eine stattliche Höhe von 14 Metern. Mittlerweile kann man auch mit ungeschultem Auge erkennen, dass es den Bäumen richtig schlecht geht.

Von dem Bakterium, das dafür verantwortlich ist, können nach Angaben von Fachleuten auch Bäume auf guten Standorten befallen werden. Ähnlich wie beim Ulmensterben werden die Leitungsgefäße des Baumes befallen, sodass er nach und nach vertrocknet. Pilze und Parasiten haben danach leichtes Spiel.

Selbst eine frühe Diagnose hilft nichts. Wenn der Baum einmal erkrankt ist, kann ihm nicht mehr geholfen werden. Deshalb werden die anfälligen Baumhasel auch an anderen Stellen der Stadt nicht mehr gepflanzt.

Völlig vertrocknet: Die Rinde ist abgestorben.

Besser soll es jetzt mit den neuen Bäumen laufen. Dafür wurden Exemplare ausgesucht, die besonders widerstandsfähig gegen Hitze und Trockenheit sind. Nach Angaben des Gartenamtes handelt es sich dabei um Schnurbäume, die ursprünglich aus China stammen. Mit denen habe man auch an anderen Stellen schon gute Erfahrungen gemacht. Unter anderem an der Kurfürstenstraße, wo die Bäume bereits 15 bis 20 Meter hoch sind und mit ihren breiten Kronen viel Schatten spenden.

Der Schnurbaum hat noch eine andere willkommene Eigenschaft. Er verfügt über einen ähnlich hohen Nektarwert wie die Robinie und ist durch den späten Blütezeitpunkt wertvoll für Bienen und Imker.

Jetzt heißt es aber erst einmal Abschied nehmen. Anfang kommender Woche werden die drei angeschlagenen Baumhaseln gefällt. Wie schnell es mit einem grünen Ersatz gehen kann, sieht man ein paar Meter weiter am Friedrichsplatz. Auch dort musste der alte Baumbestand für Neuanpflanzungen weichen. (Thomas Siemon)

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