Ausschau nach Grundstücken

Kassel hat mehr Äcker als die meisten Bauern

Kassel. Mit 370 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ist die Stadt Kassel einer der größten Landwirte der Region. Die Fläche, die der Größe von 520 Fußballfeldern entspricht, hat die Stadt in den vergangenen Jahren gekauft.

Auf dem Areal betreibt die Stadt selbst keinen Ackerbau, sondern sie verpachtet die Flächen an Landwirte und gewerbliche Gärtner.

Um das Gewerbegebiet Langes Feld zu entwickeln, hat das Liegenschaftsamt den dortigen Landwirten 150 Hektar städtischen Eigentums zum Tausch angeboten. Für Bauprojekte wie das Lange Feld betreibe die Stadt seit vielen Jahren Bodenbevorratung, erläutert Wolfgang Staubesand vom städtischen Liegenschaftsamt. Auch für neue Wohnsiedlungen, wie aktuell dem 7,5 Hektar großen Baugebiet „Vor dem Osterholz“ (Bettenhausen), halte die Stadt permanent Ausschau nach Grundstücken, die zum Verkauf stehen. Zudem gebe es für städtische Bauprojekte wie Straßen und öffentliche Gebäude immer wieder Bedarf.

Wenn sich Flächen für Bauland eigneten, würden diese der Landwirtschaft nicht zum Tausch angeboten, sagt Staubesand. In dem Fall gehe die Schaffung von Bauplätzen vor, die in Kassel zuletzt fehlten.

Wie viel Geld die Stadt in den Kauf der 370 Hektar großen Ländereien, die auch im Schwalm-Eder-Kreis liegen, investiert hat, dazu macht sie keine Angaben. Nach den generalisierten Bodenwerten, die das hessische Landesamt für Bodenmanagement veröffentlicht, liegt der Quadratmeterpreis für landwirtschaftliche Flächen in Kassel bei drei Euro. Auf die 370 Hektar gerechnet wären dies 11,1 Mio. Euro.

Im Fall des Langen Feldes steht die Stadt derzeit noch in Verhandlung mit fünf dort tätigen Landwirten, denen als Ausgleich andernorts Flächen angeboten werden. Bis Ende des Jahres soll der Großteil des 178 Hektar großen Langen Feldes im Eigentum der Stadt sein. (bal)

Rubriklistenbild: © dpa

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