Mehrfamilienhäuser stärker belastet: Für Mieter steigt Müllgebühr

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Kassel. Die ab 2013 geltende Abfallsatzung hat Verlierer und Gewinner zur Folge: Verlierer sind tendenziell Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die für die Müllentsorgung mehr zahlen müssen.

Daran übt der Mieterbund Nordhessen Kritik. Entlastet werden hingegen Besitzer von Einfamilienhäusern. Aus Sicht von Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) wird damit eine Ungerechtigkeit aufgehoben, die im bisherigen Gebührensystem bestehe. Das neue Gebührenmodell unterscheidet nach Grund- und Leistungsgebühr: Die Leistungsgebühr richtet sich nach der Restmülltonnengröße. Zudem werden pro Haushalt jährlich 62,76 Euro Grundgebühr fällig – unabhängig von der anfallenden Müllmenge.

Für ein Mietshaus wird also ein Vielfaches der Grundgebühr berechnet, auch wenn in den Wohnungen Singles leben – wie es in 50 Prozent aller Kasseler Haushalte der Fall ist. In der Praxis hat das zur Folge, dass für ein Drei-Familienhaus, in dem vier Personen leben, eine 62 Prozent höhere Gebühr bezahlt werden muss als für ein Einfamilienhaus mit gleich vielen Bewohnern und gleich großer Restmülltonne. Kaiser will damit für mehr Gerechtigkeit sorgen. Die Grundgebühr decke alle Fixkosten der Müllentsorgung ab, die unabhängig von der Müllmenge entstünden.

Alle Mülltonnen werden schwarz

Neben der neuen Gebührenstruktur gibt es ab dem nächstem Jahr weitere Änderungen bei der Kasseler Müllentsorgung durch die Stadtreiniger:

• Am auffälligsten dürfte die Änderung bei den Farben der Tonnen werden. Bei der Neuanschaffung von Bio- und Altpapiertonnen kaufen die Stadtreiniger schwarze Tonnen mit braunen (Bio) und grünen Deckeln (Altpapier). Wenn 2015 die Wertstofftonne hinzukommt, wird diese schwarz mit gelbem Deckel sein. „Einheitliche Tonnen sehen vor Häusern schöner aus“, sagt Abfalldezernent Jürgen Kaiser. Allerdings finde die Umstellung sukzessive statt. Die neuen Tonnen würden nur ausgeliefert, wenn ein Haushalt eine Tonne neu bestelle oder eine Tonne aus Altersgründen ausgetauscht werden müsse.

• Ab dem nächsten Jahr sollen die Biotonnen bis zu zweimal jährlich durch die Stadtreiniger gewaschen werden. Auch Restmülltonnen würden einmal jährlich gereinigt. Durch diesen Hygieneservice entstehen den Haushalten keine zusätzlichen Kosten.

• 2015 soll die Wertstofftonne eingeführt werden. Noch ist auf Bundesebene nicht entschieden, ob daneben weiterhin der Gelbe Sack nötig ist. Abfalldezernent Kaiser hofft, dass der Sack überflüssig wird und alle Wertstoffe in einer Tonne gesammelt werden. „Durch die neue Tonne ist nach bisheriger Einschätzung keine Gebührenerhöhung nötig“, sagt Kaiser. Die neuen Gebühren sollen für drei Jahre stabil bleiben. (bal)

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