Menschen sind verunsichert

Mieterhöhungen: Kasseler stürmen die Rechtsberatung

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Kassel. In Kassel und der Region gibt es offenbar immer häufiger Streit wegen Mieterhöhungen. Hunderte Mieter sind verunsichert.

Mehr als vier mal öfter als noch 2012 haben die Rechtsanwälte vom Mieterbund Nordhessen im vergangenen Jahr zu diesem Thema beraten.

Gab es 2012 laut Geschäftsführerin Dr. Esther Tiedtke 185 Beratungen zu Erhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete, stiegen die Gespräche 2013 auf 854. Für das laufende Jahr gebe es noch keine Zahlen, die Nachfrage sei aber konstant hoch.

Mit der Steigerung von fast 400 Prozent übertrifft Kassel den allgemeinen Trend um ein Vielfaches. Deutschlandweit sind Rechtsberatungen zu Mieterhöhungen um etwa 30 Prozent gestiegen. Das geht aus der Beratungs- und Prozessstatistik des Deutschen Mieterbundes hervor. „Vermieter haben 2013 häufiger und wohl auch stärker die Mieten erhöht“, heißt es dort.

In Kassel ist der Markt nach Angaben von Stadtbaurat Christof Nolda in den vergangenen drei Jahren in Bewegung geraten. Zuvor hätten die Mieten in Kassel über 15 Jahre bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5,30 Euro stagniert. Immobilienportale im Internet errechnen einen durchschnittlichen Mietpreis von derzeit etwa 7,30 Euro pro Quadratmeter.

Auch beim Eigentümerverband Haus & Grund werden Beratungen zu Mieterhöhungen stärker nachgefragt. „Die Diskussionen um die Mietpreisbremse haben die Eigentümer wachgerüttelt“, sagt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Kieselbach. Durch eine Mietbremse, die im nächsten Jahr kommen könnte, sieht er vermehrt Gerichtsverfahren auf die Region zukommen.

Ein Mietdeckel existiert bereits: Seit Oktober dürfen die Mieten in Kassel innerhalb von drei Jahren nur noch um 15 Prozent (bisher 20 Prozent) steigen. Das ermöglicht eine Verordnung, die in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt erlassen werden kann. Hessen hat das für insgesamt 29 Städte getan.

Von Sina Beutner

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