"Rollende Raritäten" fuhren Besucher durch die Stadt

Mit dem Oldtimer durch die Kasseler Museumsnacht

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Ein Erlebnis: Olivia Anton (von links), Rafaela Garrido, Olesja Owtschinnikow, Natalia Redinger, Corinna Köhler (Freiwillige Feuerwehr Fürstenhagen), Marina Kronewaldt und Peter Palitzsch vom ASC Kassel bewunderten den Opel Blitz.

Kassel. Zum ersten Mal konnten sich die Besucher der Kasseler Museumsnacht am Samstag mit einem Oldtimer von A nach B chauffieren lassen. Ein einzigartiges Erlebnis.

Marco Quehl startet den Motor des Opel Blitz, schmeißt die Sirene an und gibt Gas. Der Fahrer des alten Feuerwehrautos der Feuerwehr Fürstenhagen hat sichtlich Spaß daran, die Besucher der Kasseler Museumsnacht mit dem Oldtimer Baujahr 62 durch die Stadt zu kutschieren, auch wenn es in der Fahrerkabine ziemlich eng und unbequem ist. „Morgen kann ich mir die Hüfte machen lassen“, scherzt Quehl.

Auch hinten ist es nicht wirklich bequem. Die Holzbänke sind hart und rutschig. In den Kurven auf der Fahrt vom Naturkundemuseum über den Kulturbahnhof zum Technikmuseum hält es auch die Freundinnen Natalia Redinger, Olivia Anton, Marina Kronewaldt aus Kassel und Olesja Owtschinnikow aus Kaufungen nicht mehr auf den Sitzen. Erstmals haben Oldtimerbesitzer in Kooperation mit den Ortsclubs des ADAC diese Fahrten für die Besucher der Museumsnacht angeboten. Die „Rollende Raritäten“ finden sofort großen Anklang.

Ab dem Technikmuseum geht es mit einem Setra S110 weiter. Der himmelblaue Reisebus mit Panoramafenstern, Vorhängen und kleinen Aschenbechern aus dem Jahr 1968 bietet 38 Plätze. Die blaugemusterten Sitze, in die man tief einsinkt, sind nach den harten Holzbänken im Feuerwehrauto die reinste Wohltat. Besitzer und Fahrer Christoph Müller steuert das Gefährt gemächlich in Richtung Stadthalle. Mit etwa 20 Kilometern pro Stunde lenkt er den Bus dem Herkules im Sonnenuntergang entgegen und lässt zum Schluss die vollmundige Hupe ertönen.

Weiter zum Philosophenweg geht es in einem orangefarbenen Mercedes W116. Die Sitze des Wagens mit dem Baujahr 1977 sind noch bequemer als die im Setra. Es ist, als würde man ganz entspannt im Wohnzimmersessel durch die Stadt rauschen.

Die letzte Fahrt ist zugleich der krönende Abschluss des Abends. Wenn Friedrich Richter aus Fuldabrück Gas gibt, röhrt sein Jaguar SS Saloon 2½ Liter tief und warm. Das Gefühl geht durch Mark und Bein. Die silberfarbene Jaguar-Kühlerfigur blitzt auf der schwarzen Motorhaube, die britische Flagge flattert im Fahrtwind. Richter trägt stilecht Melone und Handschuhe.

Er kennt seinen Oldtimer in und auswendig. „Baujahr 48, gebaut im britischen Coventry, 105 PS, 135 Kilometer pro Stunde Spitze“, referiert er. Etwa 20 Liter verbraucht das Schmuckstück bei Stadtfahrten wie am Samstagabend. Das Lenkrad ist rechts, wie es sich für einen britischen Wagen gehört. Die Autotüren klappt man nach hinten und nicht nach vorne auf. In der Windschutzscheibe liegt eine rote Rose.

Es ist ein einzigartiges Fahrerlebnis. Entsprechend viel hat Richter zu tun. „Die Besucher, die einmal drin sitzen, wollen gar nicht wieder aussteigen“, sagt er. Und tatsächlich: In diesem Auto könnte man die ganze Nacht durch Kassel cruisen.

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