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Kassel: Modehaus Sinn zieht in die Königs-Galerie

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Von: Axel Schwarz

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Haben gemeinsam große Pläne: Königs-Galerie-Manager Heinz Schäffer und Sinn-Geschäftsleiterin Sabine-Amelie Gertner. Zunächst wird das Modehaus die große zweistöckige Fläche im Hintergrund bespielen.
Haben gemeinsam große Pläne: Königs-Galerie-Manager Heinz Schäffer und Sinn-Geschäftsleiterin Sabine-Amelie Gertner. Zunächst wird das Modehaus die große zweistöckige Fläche im Hintergrund bespielen. © Axel Schwarz

Das Unternehmen Sinn will seinen langjährigen Standort am Friedrichsplatz Ende 2023 aufgegeben und seinen Geschäftsbetrieb auf mehrere große Flächen in der Königs-Galerie verlagern.

Kassel – Dieser Deal dürfte die Einkaufswelt in Kassels Innenstadt nachhaltig verändern und doch helfen, Bewährtes für die Kundschaft zu erhalten: Im Lauf des kommenden Jahres wird das Modehaus Sinn schrittweise in die schräg gegenüber liegende Königs-Galerie umziehen, beide Standorte übergangsweise parallel betreiben und sich Ende 2023 aus dem Modehausgebäude am Friedrichsplatz zurückziehen. Das gaben Sinn-Geschäftsleiterin Sabine-Amelie Gertner und Galeriemanager Heinz Schäffer am Donnerstag gegenüber der HNA bekannt.

Demnach hat Sinn ab dem Jahreswechsel die große bisherige Fläche des Modelabels Cos beim Haupteingang der Galerie gemietet. Seit kurzem steht der große Bereich leer, der sich über zwei Etagen erstreckt und inklusive des früheren Ladens vom Herrenausstatter Sør 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet. Bis zum Frühjahr, so Sinn-Chefin Gertner, soll dort ein Modesortiment mit trendigen Marken in einem „neuen, hochwertigen Ambiente“ entstehen.

Sinn zieht in Königs-Galerie: Große Ladenfläche entsteht

Das ist aber nicht der einzige Bereich, den Sinn in der Königs-Galerie nutzen wird. Im Januar, so Manager Schäffer, sollen Umbaupläne für eine Ladenzeile im obersten Galerie-Geschoss gemacht werden. Dort gebe es zurzeit sieben Leerstände, zwei weitere Verträge würden kurzfristig auslaufen. Aus all diesen Läden, so Schäffer, „wollen wir eine große Fläche machen“. Mieterin werde auch dort das Modehaus Sinn, das nach und nach seinen gesamten Betrieb in die Galerie verlagern wird.

Für beide Firmen kommt die Kooperation einem Befreiungsschlag gleich. Die zuletzt von immer mehr Leerständen geplagte Königs-Galerie schaftt dadurch den Sprung zur Vollvermietung und gewinnt zugleich ein anziehendes Modeangebot, welches nach der Aufgabe diverser einschlägiger Boutiquen im Haus zuletzt gefehlt hat.

Das Kasseler Sinn-Haus findet dadurch eine dauerhafte Lösung für ihr Standortproblem, an dem laut Geschäftsleiterin Gertner schon seit geraumer Zeit gearbeitet wird. Der Mietvertrag für das Modehaus laufe zum Jahresende 2023 aus und werde nach 31 Jahren darüber hinaus auch nicht mehr verlängert.

Sinn-Umzug in Kassel: Verkaufsfläche wird verkleinert

Über die Verhandlungen mit dem Vermieter, einem bundesweiten Anbieter von Gewerbeimmobilien, wahrt Gertner Diskretion. Sie deutete aber an, dass es nicht gelungen ist, für das Modeunternehmen auskömmliche Konditionen für die weitere Zukunft zu vereinbaren. Man benötige auch die gesamten 6500 Quadratmeter Verkaufsfläche nicht, die das heutige Modehaus bietet.

Sabine-Amelie Gertner hatte das Kasseler Sinn-Haus, das zu den bundesweit wichtigsten Standorten des Unternehmens zählt, bereits von 2007 bis 2015 geleitet, bis sie dann für sechs Jahre zu Sinn nach Jena abgeordnet wurde. 2021 kam die gebürtige Münchnerin wieder an ihren „Lieblingsarbeitsplatz“ nach Kassel zurück. Seither hat sie sich nach eigenem Bekunden mit der drängenden Standortfrage beschäftigt und „viele Gespräche mit Vermietern, Immobilienmaklern und auch der Stadt geführt“.

Schließlich habe sich im Kreis der City-Kaufleute die Lösung mit der Königs-Galerie abgezeichnet – eine „Win-win-Situation“, wie es Galeriemanager Heinz Schäffer nennt. Die Sinn-Chefin sagt: „Ich bin stolz und glücklich zugleich, dass wir mit der Königs-Galerie eine tolle, langfristige Lösung in der Innenstadt gefunden haben.“

Unklar ist, was mit heutiger Sinn-Immobilie geschieht

Wie es mit der Immobilie des heutigen Sinn-Modehauses langfristig weitergehe, wisse sie nicht. Dem Vernehmen nach ist die Liegenschaft bereits der Stadt Kassel angeboten worden. Politische Beratungen finden in solchen Fällen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es wird spannend, welche Veränderungen sich in dieser Sache für die Innenstadt ergeben. (Axel Schwarz)

Modekette Cos verlässt die Königs-Galerie in Kassel und verschärft damit den Leerstand in der Einkaufsmeile. Die Suche nach einem Nachmieter gestaltet sich schwierig.

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