Zahl der Zuweisungen höher als erwartet

Kassel muss mehr Flüchtlinge aufnehmen

Kassel. Stadt und Kreis Kassel werden dieses Jahr deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen als zunächst erwartet. Hatte die Stadt zunächst mit 412 neu zugewiesenen Flüchtlingen gerechnet, sind nach derzeitigem Stand 467 Menschen bis zum Jahresende angekündigt.

Im Landkreis war man vor Kurzem noch von 500 Flüchtlingen ausgegangen und stellt sich jetzt auf mindestens 654 Asylbewerber ein.

Möglicherweise werden die Zahlen nochmals steigen. Das zuständige Bundesamt (BAMF) prognostiziere wegen der Ausweitung der Krisenregionen eine noch höhere Zahl aufzunehmender Personen, sagte Kassels Rathaussprecher Ingo Happel-Emrich. Trotz der erhöhten Zuweisungszahlen geht die Stadt davon aus, dass sie alle bis zum Jahresende neu ankommenden Flüchtlinge unterbringen kann.

In den Gemeinschaftsunterkünften gab es Anfang des Monats noch 118 freie Plätze. „Von einer Entspannung der Lage lässt sich aber nicht sprechen“, sagt Happel-Emrich. Es bestehe weiter Bedarf an Wohnraum. Im kommenden Frühjahr will die Stadt im ehemaligen Kinderkrankenhaus Park Schönfeld (Südstadt) eine weitere Flüchtlingsunterkunft für bis zu 120 Menschen einrichten. Die Ausschreibung, um für einen Zeitraum von fünf Jahren einen Betreiber zu finden, läuft gerade. Im Landkreis wurde die Zahl der Heimplätze zuletzt bereits aufgestockt.

Zum Herbst hin werde sich die Situation vermutlich zuspitzen, sagt Hilla Zavelberg-Simon von der Migrationsberatung der Caritas. Damit Heimplätze für Neuankömmlinge frei werden, müssen regelmäßig Flüchtlinge in Wohnungen vermittelt werden. Gerade zum Oktober, wenn mit dem Uni-Start auch viele Studenten Unterkünfte suchen, wird preiswerter Wohnraum knapp. Von den insgesamt 583 Asylbewerbern in Kassel leben 317 in Wohnungen - das sind 55 Prozent. Im Kreis (676 Asylbewerber) liegt der Anteil bei 45 Prozent.

Von Katja Rudolph

Wo die Stadt eine neue Flüchtlingsunterkunft plant und wie die Flüchtlinge auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden, lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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