Nachfolger soll gleichen Namen haben

Nach 30 Dienstjahren verschrottet - Lufthansa-Airbus „Kassel“

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Aus dem Lufthansa-Archiv: Dieser Airbus mit dem Namen „Kassel“ wird verschrottet. Das Foto entstand 2005.

Die dienstälteste Maschine der Lufthansa wird verschrottet. Der Airbus wurde damals auf den Namen "Kassel" getauft. Bereits 1966 gab es eine Boeing mit demselben Namen.

  • Der Airbus "Kassel" war zuletzt die dienstälteste Maschine der Lufthansa-Flotte.
  • Bereits 1966 taufte der damalige Oberbürgermeister eine Boeing 727 auf den Namen "Kassel".
  • Der Tiefflug der Boeing sorgte beim Jungfernflug für Aufsehen.

Der letzte Flug ging von München nach Spanien. In Teruel, etwa 300 Kilometer östlich von Madrid, wird der Lufthansa-Airbus, der auf den Namen „Kassel“ getauft war, sang- und klanglos verschrottet. Es ist ein trauriges, aber vorhersehbares Ende für den Flieger, der 30 Dienstjahre auf dem Buckel hat und zuletzt im Linienverkehr nach Helsinki zum Einsatz kam.

„Die Maschine war zuletzt die dienstälteste der gesamten Lufthansa-Flotte“, sagt der Journalist Udo Lanz aus der Pfalz, der sich intensiv mit der zivilen Luftfahrt beschäftigt und der HNA den Tipp zur Verschrottung der „Kassel“ gegeben hat.

Lufthansa: Nachfolger soll ebenfalls "Kassel" heißen

Seit dem 15.12.1989 flog der Airbus für die Lufthansa und war in ganz Europa unterwegs. Sehr gut möglich, dass es schon bald einen Nachfolger gibt, der ebenfalls „Kassel“ heißen wird. Das sei gängige Praxis, sagt Udo Lanz und verweist auf die „Braunschweig“, die im Oktober 2019 aus der Flotte verabschiedet wurde. 

Nur wenige Wochen später sei der Name an einem nagelneuen Airbus A350-900 wieder aufgetaucht. Auf Nachfrage bestätigte die Lufthansa, dass der Name „Kassel“ auf der aktuellen Warteliste stehe.

Kassels damaliger Oberbürgermeister tauft Boeing

Es besteht also Hoffnung, dass es eine weitere Maschine geben wird, die den Namen „Kassel“ trägt. Denn schließlich gibt es da eine Tradition. Bereits im Jahr 1966 taufte der damalige Kasseler Oberbürgermeister Karl Branner ein Flugzeug auf diesen Namen. 

Damals war das eine Boeing 727. Ihren Jungfernflug machte sie am 12. September 1966 vom Frankfurter Flughafen Richtung Kassel.

Die Taufe: Kassels damaliger Oberbürgermeister Karl Branner mit der Sektflasche.

Tiefflug der "Kassel" sorgte für Aufsehen

Mit gedrosseltem Antrieb, ausgeklappten Landeklappen und ausgefahrenem Fahrwerk drehte die Boeing eine Runde über der Stadt. Der ungewohnte Tiefflug sorgte damals für Aufsehen. 

Besorgte Augenzeugen dachten, die Maschine müsse womöglich notlanden. Musste sie aber nicht. Die Boeing drehte nach der Ehrenrunde unbeschadet wieder ab und flog zurück nach Frankfurt.

Premiere 1966: Das war die Besatzung der ersten Lufthansa-Maschine, die auf den Namen „Kassel“ getauft wurde. Die Aufnahme entstand auf dem Flughafen in Frankfurt. 

Neuer Flughafen Kassel in Calden seit 2013

Bereits 40 Jahre zuvor waren Propellermaschinen der Lufthansa in Kassel gelandet. Der Flughafen in Waldau gehörte einige Jahre zum Liniennetz der Fluggesellschaft. 

Nach dem Krieg dauerte es bis 1971, ehe in Calden der damalige Verkehrslandeplatz an den Start ging. Den neuen Airport Kassel in Calden – hier können auch die großen Maschinen starten und landen – gibt es seit 2013.

Boeing "Kassel" schied 1975 aus

Die 1966 getaufte „Kassel“ schied übrigens im Januar 1975 aus der Lufthansa-Flotte aus. Im gleichen Jahr ging die Namenspatenschaft auf eine Boeing über. 

Wenn das ein Vorbild für die Gegenwart ist, dann kann es nicht lange dauern, bis die nächste „Kassel“ abhebt. Vielleicht sogar vom heimischen Airport.

Flugzeug flog zu tief

Beim Anflug auf den Frankfurter Flughafen flog ein Flugzeug viel zu tief. Der Pilot konnte in letzter Sekunde ein schweres Unglück verhindern.

An Karfreitag 2015 gab es einen Absturz im Kaufunger Wald. Dabei verunglückte der Pilot.

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