Polizei geht von Brandstiftung aus

Nach Feuer: Pfadfinder brauchen ein neues Heim

Heimatlos: Die Leiter des Stammes Wilhelm Busch Ole Odendahl und Christopher Lux stehen vor dem ausgebrannten Stammesheim der Pfadfinder.
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Heimatlos: Die Leiter des Stammes Wilhelm Busch Ole Odendahl und Christopher Lux stehen vor dem ausgebrannten Stammesheim der Pfadfinder.

Ein Feuer hatte das Pfadfinderheim am Rammelsberg Ende November beschädigt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Die Pfadfinder brauchen nun eine neue Unterkunft. 

Ole Odendahl und Christopher Lux stehen vor den Ruinen des Pfadfinderheims am Rammelsberg. Das Häuschen, das der Stamm vor mehr als 15 Jahren von der Stadt Kassel angemietet hatte, ist Ende November durch ein Feuer beschädigt worden. Die Polizei geht mittlerweile von Brandstiftung aus.

Die 16-Jährigen leiten den Pfadfinder Stamm Wilhelm Busch, der in Kassel knapp 100 Mitglieder hat. „Gerade jetzt im Winter benötigen wir die Räume dringend für unsere Gruppenstunden“, sagt Ole Odendahl. Für die jüngeren Gruppen gibt es mittlerweile eine Übergangslösung. Sie können in Räumen der Reformschule unterkommen. Bei anderen Schulen habe man angefragt.

Pfadfinder wollen das Heim am liebsten wieder aufbauen

Am liebsten wolle man das Heim wieder aufbauen, sagt Christopher Färber vom Förderverein des Stammes. Dazu warte man aber noch auf die Rückmeldung der Stadt.

Auf HNA-Anfrage hieß es von der Stadt: Eine Unterstützung des Pfadfinderstammes liege weiterhin im Interesse der Stadt, allerdings stünden noch Klärungen mit weiteren Ämtern aus. Dies werde in den nächsten Tagen geschehen.

Alles verkohlt: Der Pfadfinderstamm hatte das Haus in Eigenarbeit saniert.

Mitten in der Nacht hatten Nachbarn Ende November die Feuerwehr gerufen. Die Einsatzkräfte hätten allerdings nur noch Teile der Küche und einige Wände retten können. Das Feuer ist nach Angaben der Pfadfinder an einer Wand ausgebrochen, an der sich weder ein Ofen noch jegliche Elektrik befunden hätten.

Pfadfinder hatten das Haus selbst saniert

Das verfallene Haus hatten die Pfadfinder einst aufwendig in Eigenarbeit saniert. Mit den Jahren sei es dann zu einer Heimat für die stetig wachsende Gruppe geworden, sagen die Jugendlichen. Die unterschiedlichen Gruppen, die zum Stamm Wilhelm Busch gehören, treffen sich auf dem Gelände am Rammelsberg jede Woche mehrfach zu ihren Gruppenstunden. Seit 50 Jahren gibt es den Stamm in Kassel.

Im Sommer halten sich die Pfadfinder dabei überwiegend draußen auf. Im Herbst und Winter sind sie jedoch froh über die Unterkunft gewesen, welche sie nach ihren Bedürfnissen gestaltet hatten.

Der Stamm Wilhelm Busch ist nach Altersstufen organisiert

Der Stamm Wilhelm Busch ist nach Altersstufen organisiert: Im Alter von 7 bis 11 Jahren ist man in der sogenannten Meute, einer größeren Gruppe, gemischten Alters. Der Stamm hat in Kassel zwei Meuten, diese treffen sich dienstags und mittwochs zwischen 15.30 und 17 Uhr.

Im Alter von 12 bis 16 Jahren besucht man eine Sippe, dies ist eine kleinere Gruppe von 5 bis 10 Jungen und Mädchen in einer Altersstufe. Ab 16 Jahren ist man dann sogenannter Ranger und Rover und beginnt, mehr Verantwortung zu übernehmen. Beispielsweise als Gruppenleiter oder Materialveranwortlicher. Die Abläufe in den Gruppen organisieren die Jugendlichen selbst.

Polizei geht von einem wirtschaftlichen Totalschaden aus

Es ist also die Aufgabe der Stammesleiter Ole Odendahl und Christopher Lux nach einer Lösung zu suchen, damit die Arbeit der Pfadfinder auch im Winter fortgeführt werden kann. Man halte aber in erster Linie daran fest, das Heim wieder aufzubauen, so Lux. Polizei und Gutachter gehen bei dem kleinen Holzhaus aus den 1970er-Jahren von einem wirtschaftlichen Totalschaden aus. Die Versicherung wird einen Wiederaufbau nur zu Teilen tragen.

Daher suchen die Pfadfinder jetzt nach Unterstützern und Spendern, die dem Stamm Wilhelm Busch dabei helfen, möglichst schnell die Jugendarbeit fortzusetzen.

Wer Interesse hat, die Pfadfinder zu unterstützen, können sich beim Förderverein des Stammes Wilhelm Busch melden unter: kontakt@stammwilhelmbusch.email

Von Kathrin Meyer

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