Thilko Gerke und Sascha Haghani

Nachbarn fürs frühere Hubertus: Neubau im Druseltal

Bad Wilhelmshöhe. Der Kran zeugt schon seit einigen Wochen davon, dass etwas entsteht neben dem früheren Café Hubertus.

In der Nachbarschaft des Fachwerkbaus errichtet Thilko Gerke, Obermeister der Bau-Innung und Geschäftsführer der Baufirma Rennert, gemeinsam mit dem Unternehmensberater Dr. Sascha Haghani aus Kassel ein Mehrfamilienhaus.

Sechs Mietwohnungen mit einer Fläche zwischen 80 und 130 Quadratmeter sollen bis Ende 2015 an der Elgershäuser Straße entstehen. Über die Höhe der Investitionen möchten Gerke und Haghani nichts sagen, zumal einige Gewerke noch in der Schätzung seien. Der Neubau sei für die Investoren ein Stück Altersvorsorge, sagte Gerke. Sie seien nicht auf kurzfristigen Gewinn aus, sondern sehen die Investition nachhaltig und langfristig.

Gekauft hatten Gerke und Haghani den Vorgängerbau vom CVJM. Gerne hätten sie das Gebäude aus den 1930er-Jahren erhalten und erneuert. Doch nach einer Untersuchung des Architekturbüros Sprengwerk stellte sich heraus: „Es ging nicht“, sagte Gerke. „Und nach dem Abriss hat sich das bestätigt.“ Die Bausubstanz sei zu schlecht gewesen. Der Neubau „soll nicht zu klobig wirken“, so Gerke. Nach den Plänen von Sprengwerk soll sich das Haus in Topographie und umstehende Bebauung einfügen, aber das sei „auch Geschmackssache“.

Ganz einfach sei es nicht, sagte Michael Majcen und warnte davor, nur das Café Hubertus als Fixpunkt zu nehmen. „Das ist das einzige Fachwerkhaus.“ Markanter seien die Türme der Seniorenwohnanlage Augustinum gegenüber. Und an der Elgershäuser Straße stehen „normale Wohnhäuser“ mit ganz unterschiedlichen Dächern.

Um das Erscheinungsbild des Quartiers sorgt sich auch Wilhelmshöhes Ortsvorsteherin Anja Lipschik (Grüne). Sie hatte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung nach den Plänen gefragt und auf die städtebauliche Wirkung hingewiesen.

„Alles, was in dieser Ecke entsteht, ist moderne Architektur“, sagte Majcen. „An welchem dieser Häuser soll ich mich orientieren?“ Dass sich mit Bauherren mit einem Neubau an die Umgebung anpassen, fordert das Baugesetzbuch. Deswegen habe man viele Gespräche mit der Stadt über die Gestaltung geführt. Majcen nennt die Architektur mit 280 Quadratmeter Nutzfläche „eigenständig, aber zurückhaltend“. Selbst wenn es im Fachwerkstil errichtet würde, werde man dem Standort nicht gerecht. Weiteres Problem sei, dass das frühere Café Hubertus relativ hoch, die Elgershäuser Straße auf der anderen Seite aber abschüssig sei. „Das versuchen wir aufzugreifen“, so Majcen. „Eine ruhige Architektur, die dem Café Hubertus seinen Schmuck lässt.“ (clm)

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