Grüne warnen vor Artensterben – Beobachtungen umstritten

Naturschutzgebiet Dönche trocknet aus

Naturschutzgebiet Dönche trocknet aus

Kassel. Die Kasseler Dönche steht möglicherweise vor einschneidenden Veränderungen: Feuchtgebiete und Biotope trocknen aus, weil weniger Wasser in das größte innerstädtische Naturschutzgebiet Deutschlands läuft.

Das beobachten Anwohner und Landwirte. Geschützte Arten wie der Kammmolch drohten zu verschwinden, erklärt die Kasseler Grünenfraktion. Die Ökopartei und die SPD wollen die Austrocknung der Dönche nun zum Thema im Umweltausschuss machen. „Die Angelegenheit hat hohe Priorität“, sagt Eva Koch, umweltpolitische Sprecherin der Grünen. Das Thema ist umstritten, denn bisher fehlen Untersuchungen. „Nach unserer Kenntnis hat niemand belastbare Daten“, heißt es beim Umwelt- und Gartenamt der Stadt. Auch Kassel Wasser könne eine solche Entwicklung nicht bestätigen.

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Dem entgegen stehen Beobachtungen, dass die beiden wichtigen Bäche, der Dönchebach und der Krebsbach, von Jahr zu Jahr immer weniger Wasser führen. Völlig überdimensionierte Rohre dort lassen ahnen, wie groß die Bäche früher gewesen sein müssen.

Die Ursache bleibt allerdings rätselhaft. Es gibt Theorien, dass beispielsweise geologische Veränderungen im Habichtswald die Wassermenge drastisch sinken lassen, auch der Klimawandel könne ein Grund sein. Einig sind sich die Fachleute, dass an den Zuflüssen von Dönchebach und Krebsbach ein komplexes Ökosystem hängt.

Zahlreiche Tümpel und Biotope

Die Bachufer sind selbst Lebensraum für bedrohte Tierarten, die Gewässer speisen auch zahlreiche Tümpel und Biotope. „Das Kernanliegen der Dönche ist der Amphibienschutz und dafür brauchen wir Wasser“, sagt Axel Krügener von der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums. Beeinträchtigt wird auch der Unterricht in dem Freilandlabor Dönche: Zwei von drei Lernteichen sind oft bereits ab Mai ausgetrocknet.

Impressionen vom Naturschutzgebiet Dönche

Von Göran Gehlen

Hintergründe, eine Grafik, Fotos und mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten Hessischen Allgemeinen von Donnerstag.

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