Anwohner wehren sich gegen Lärm auf der Trasse der Kassel-Naumburger Bahn

Kassel-Naumburger Bahn: Protest gegen pfeifende Loks

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Niederzwehren. Pfeifende Loks, quietschende Gleise, rumpelnde Güterwaggons, die immer länger werden: Anwohner des Schienenstrangs der Kassel-Naumburger Eisenbahn (KNE) wehren sich gegen den Lärm des Güterverkehrs in Niederzwehren.

Der habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen, sagen sie und haben Unterschriften gesammelt. Im Ortsbeirat Niederzwehren erhielten sie jetzt Rückendeckung für ihren Protest. Das Gremium forderte den Magistrat einstimmig auf, mit dem Bahnbetreiber über eine Lösung für dieses Problem zu sprechen.

Bis halb zwölf in der Nacht und schon um kurz nach vier am frühen Morgen seien die Züge unterwegs, berichtete die Anwohnerin Hannelore Kohlen. Durch den Lärm „sitze ich morgens kerzengerade im Bett. Die Gläser im Schrank zittern, wenn der Zug vorbeifährt“, sagte sie. Das Pfeifen der Diesellok sei „ein schriller Ton, der unerträglich ist.“ Das bestätigten mehrere Anwohner der Strecke, die nach eigenen Angaben etwa 40 Unterschriften gesammelt haben. Diese Bürger vermuten, dass der Schienengüterverkehr unter anderem wegen des Ausbaus des Original Teile Centers (OTC) von Volkswagen in Baunatal zugenommen hat. Auch die einzelnen Züge seien länger geworden.

Das Pfeifen der Loks sei wohl notwendig, um Passanten und Autofahrer entlang der Strecke vor dem herannahenden Zug zu warnen, vermutet Ortsvorsteher Harald Böttger (SPD). Daher sei ohne die zusätzliche Absicherung der Schienen gegen ein unbefugtes Überqueren und ohne den Bau einer Schranke keine Abhilfe möglich, meinte Böttger.

Einstimmig hat sich der Ortsbeirat für eine Neugestaltung des Platzes am Fronhof ausgesprochen. Das Gremium will sich in seiner nächsten Sitzung die aktuellen Planungskonzepte vom beauftragten Architekten vorstellen lassen.

Aus Sicherheitsgründen war das marode Kriegerdenkmal auf dem Platz vor kurzem von der Stadt abgebaut und eingelagert worden. Das habe zu kontroversen Diskussionen im Stadtteil geführt, sagte Ortsvorsteher Böttger. Er wies einen Vorwurf aus dem Publikum zurück, der Ortsbeirat habe sich jahrelang nicht um das Denkmal gekümmert. Das Gremium habe schon einmal 5000 Euro aus Dispositionsmitteln investiert. Jetzt stünden noch viel höhere Summen im Raum. Man habe die Chance, den Platz völlig neu zu gestalten und möglicherweise auf das Niveau der Straße anzuheben. Allein die Kosten der Sanierung der Denkmalstele schätze er auf 10000 Euro. Über die Zukunft des Platzes müsse im Stadtteil offen diskutiert werden. (pdi)

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