500 Besucher bei Informationsveranstaltung

Keine Lösung in Sicht - Bürger diskutieren über Neubau des documenta-Instituts

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500 Menschen kamen am Dienstagabend zur Veranstaltung über den Neubau des documenta-Instituts in die documenta-Halle in Kassel. Vorn im Bild ist das Modell des Karlsplatzes mit Bausteinen im Maßstab 1 zu 20 zu sehen. 

In Kassel wurde bei einer Informationsveranstaltung über den Neubau des documenta-Instituts diskutiert. Allerdings gibt es nach wie vor keine Lösung.

  • Am Dienstagabend gab es eine Informationsveranstaltung zum Neubau des documenta-Instituts.
  • Die Besucher konnten Fragen stellen
  • Zusätzlich wurden Alternativstandorte vorgestellt.

Mit einem ungewöhnlichen Format wartete die Informationsveranstaltung zum documenta-Institut auf. Für die benötigte Standortentscheidung zeichnet sich jedoch nach wie vor keine Lösung ab.

Keine Frage: Der geplante Neubau des documenta-Instituts liegt vielen Menschen in Kassel am Herzen. Rund 500 Besucher waren am Dienstagabend zu der Informations- und Dialogveranstaltung der Stadt in die documenta-Halle gekommen. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Veranstaltung und den Institutsneubau.

Kassel: documenta-Institut in Kassel: Wie war die Informationsveranstaltung?

Das Format, das sich die Stadt und die Neue Denkerei hatten einfallen lassen, war ungewöhnlich und hatte Unterhaltungswert. Moderatorin Steffi Schürmann hatte gleich zu Beginn betont, dass es keine Frontalbeschallung geben würde. 

Nach der Begrüßung und kurzen Statements von Kulturdezernentin Susanne Völker, Stadtbaurat Christof Nolda und Hochbauamtsleiter Axel Jäger konnten sich die Besucher an drei Stationen über das Was, das Wie und das Wo zum geplanten Neubau des documenta-Instituts informieren.

Kassel: Informationsveranstaltung zum Neubau des documenta-Instituts - Wie verliefen Inselgespräche?

Für so viele Besucher waren die drei Gesprächsstationen nicht ausgelegt. Deshalb kam so mancher mit seiner Frage überhaupt nicht zum Zug, andere wiederum konnten die Erläuterungen der Fachleute, jeweils zwei davon waren an einer Station postiert, gar nicht hören. Der Andrang setzte dem Format Grenzen.

documenta-Institut in Kassel: Was hatte es mit dem Karlsplatz-Modell und den Bausteinen auf sich?

Das war eher ein spielerisches Element. Mit den Bausteinen im Maßstab 1 zu 20 sollten die Besucher einen Eindruck davon bekommen, wie sich ein Gebäude mit dem benötigten Bauvolumen von 6500 Quadratmetern gestalten lässt. 

Zwar wurde erkennbar, dass der Raum auf dem Karlsplatz-Parkplatz dafür ausreichen würde. Eine Art von Entwurf für den Institutsneubau ließ sich aber mit den gleichförmigen Papp-Bausteinen nicht zusammenlegen oder stapeln.

Twitter: Infoveranstaltung war gut besucht

documenta-Institut in Kassel: Die wichtigsten Themen

Für die Gesprächsrunde konnte das Publikum Schwerpunkte setzen. Welche Themen waren dabei die wichtigsten?

Nach dem Voting der Besucher (mit Zetteln und Bällen) wurde als wichtigster Schwerpunkt der anschließenden Gesprächsrunde (siehe Bericht unten) die Frage gestellt, wie es zu der Entscheidung für den Neubau auf dem Karlsplatz gekommen ist. Wichtig war ihm auch die Vorstellung der Alternativstandorte, also vor allem des Parkplatzes vor dem Ottoneum und der Freifläche neben dem Torhaus an der Wilhelmshöher Allee. 

Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, ob die Entscheidung für den vom Magistrat favorisierten Karlsplatz bereits beschlossene Sache ist. Ist sie nicht. Genau das war ja der Anlass für diese Informationsveranstaltung.

documenta-Institut in Kassel: Was hat die Veranstaltung gebracht?

Nun ja, sie hat gezeigt, dass das Interesse der Kasseler am Institutsneubau groß ist. Mit rund 500 Besuchern hatte die Stadt selbst nicht gerechnet. 

Die Gesprächsrunde verlief weitgehend fair, es gab nur wenige Zwischenrufe. Ausgetauscht wurden die bereits weitgehend bekannten Argumente der Befürworter und Gegner des Standortes Karlsplatz. Wirklich Neues oder Überraschendes hat die Veranstaltung nicht gebracht.

documenta-Institut in Kassel: Und wie geht es nun mit der Standortentscheidung für den Neubau weiter?

Die Lösung des Problems steht aus. Um das Projekt auf den Weg zu bringen, muss die Standortfrage geklärt werden, die gemeinsame Finanzierung steht ja bekanntlich bereits. 

Zur Standortentscheidung ist eine politische Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung notwendig. Bislang ist diese aber nicht in Sicht. SPD und Grüne unterstützen den Vorschlag des Magistrats, haben allein aber nicht genügend Stimmen. 

documenta-Institut in Kassel: Gibt es eine neue Mehrheit?

Ob die Veranstaltung am Dienstagabend dazu geeignet war, dass sich für den Standort Karlsplatz eine neue Mehrheit findet, ist offen. Zwar waren Stadtverordnete aller Fraktionen in der documenta-Halle vertreten. 

Dass neben Rot-Grün weitere Fraktionen oder zumindest Stadtverordnete den Karlsplatz mittragen, war aber nicht erkennbar. Eine Mehrheit für einen alternativen Standort zeichnet sich aber erst recht nicht ab.

Von Andreas Hermann

Die Stadt Kassel nimmt einen zweiten Anlauf für den Standort Karlsplatz. In einer offenen Diskussion sollte der Neubau des documenta-Instituts Thema sein. 

Doch der Karlsplatz ist als Standort heftig umstritten. Deshalb sammelten Anwohner rund 4000 Unterschriften.

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