Projekt Dreivierteljahr in Verzug

Fraunhofer nimmt Gestalt an: Institutsbau am Hauptbahnhof wird teurer als geplante 60 Millionen Euro

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So soll es werden: Das Hauptgebäude erstreckt sich entlang der Joseph-Beuys-Straße.

Der Rohbau steht schon fast: Das neue Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) am Hauptbahnhof Kassel nimmt Formen an.

Kassel – Schon jetzt ist klar, dass das bis April 2021 laufende Bauprojekt das geplante Investitionsvolumen von 60 Millionen Euro übersteigen wird.

60 Bauarbeiter sind aktuell dabei, die letzte Geschossdecke des Hauptgebäudes fertigzustellen. Ein weiteres Laborgebäude und Technikgebäude stehen im Rohbau bereits. „In zwei Monaten werden wir die Rohbauarbeiten abschließen. Anschließend geht es mit der Fassade und dem Innenausbau weiter“, sagt Bauleiter Reinhold Achhammer vom beauftragten Architekturbüro HHS Baumanagement. 

Kampfmittelsondierung hat aufgehalten - Bauprojekt ein Dreivierteljahr in Verzug

Wächst neben dem Hauptbahnhof in die Höhe: Die Rohbauarbeiten am Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesysteme sollen im Februar abgeschlossen sein.

Insgesamt sei das Projekt etwa ein Dreivierteljahr in Verzug. Die im Vorfeld vom Regierungspräsidium Kassel geforderte Kampfmittelsondierung des Baufeldes sei wesentlich umfänglicher gewesen als gedacht.

Allein die Bombensuche – bei der keine Blindgänger gefunden wurden – habe mehr als zwei Millionen Euro gekostet, sagt IEE-Verwaltungsleiter Ralf-Rüdiger Hoßbach. Aufgrund der überhitzten Baukonjunktur sei der im Vorfeld abgesteckte Kostenrahmen von 60 Millionen Euro nicht einzuhalten. Wie weit die geplanten Kosten überschritten werden, dies lasse sich aber erst im Januar beziffern.

Rund 300 Mitarbeiter sollen am Fraunhofer-Institut am Hauptbahnhof ab Sommer 2021 arbeiten

Beim Rundgang über die Baustelle werden die Dimensionen des Baus, in dem ab Sommer 2021 ungefähr 300 Institutsmitarbeiter arbeiten sollen, deutlich. „Wir haben hier 1400 Tonnen Stahl verbaut“, sagt Bauleiter Achhammer. Die Eingangshalle ist 22 Meter hoch und soll auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden.

60 Bauarbeiter ziehen den Bau hoch: Vom dreigeschossigen Hauptgebäude fehlt nur noch die oberste Geschossdecke.

Herzstück ist die sogenannte Leitwarte der Energiewende im obersten Geschoss des Hauptgebäudes. Dort werden künftig weltweite Energiedaten (Strom, Wärme, und Verkehr) zusammengeführt und analysiert. Auf einer riesigen Monitorwand lassen sich die Ergebnisse darstellen. Durch einen verglasten Gang wird das Haupthaus mit dem dahinter liegenden Mittelspannungslabor verbunden.

Für die Kantine wird noch ein Pächter gesucht

Neben einer Kantine mit 200 Plätzen, für die noch ein Pächter gesucht wird, gibt es für die Mitarbeiter einen Park, in dem sie ihre Pausen verbringen können. Die Pläne für eine teichartige Wasserfläche sind aus Kostengründen gestrichen worden. Ein Wettbewerb für ein Kunstwerk, das vor dem Institut stehen soll, läuft noch.

Standorte im Königstor und in der Goethestraße werden aufgegeben

Wenn im Sommer 2021 die IEE-Mitarbeiter in den Neubau ziehen, gibt das Institut seine Standorte am Königstor (bei Glinicke) und an der Goethestraße auf. Die Büros gegenüber des Wilhelmshöher Bahnhofes sollen behalten werden, da nicht alle 350 Mitarbeiter im Neubau Platz finden. Deshalb ist bereits ein zweiter Bauabschnitt auf dem Areal am Bahnhof vorgesehen. Dieser soll noch mal 40 Millionen Euro kosten.

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