Kassel: November trocken wie seit 60 Jahren nicht mehr - Tipps für den Garten

Kassel. Im laufenden Monat November sind nach Daten des Deutschen Wetterdienstes in Kassel weniger als 0,1 Millimeter Niederschlag gefallen. Wenn es in der nächsten Woche nicht noch regnet, wird es der trockenste November seit 60 Jahren.

Für Land- und Forstwirte wird die Trockenheit zum Problem. Wenn der Regen ausbleibt, droht Saat auf den Feldern zu verderben, und der Wald könnte Schaden nehmen.

„Seit Beginn der Messungen in Kassel im Jahr 1951 war es dort im November noch nie so trocken“, sagt Dr. Bruno Rudolf vom Deutschen Wetterdienst. Das langjährige Mittel für November liege in Kassel bei 58,8 Millimeter. Den regen-ärmsten Monat überhaupt hat Kassel im April 2007 erlebt. Damals fielen 1,1 Millimeter Regen. Auch dieser Rekord könnte gebrochen werden.

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„Die Situation ist noch nicht dramatisch, aber es muss dringend regnen“, sagt Erich Schaumburg, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Kassel. Besondere Probleme gebe es für Winterweizen und Wintergerste, weil deren Wurzeln ohne Regen nicht die nährstoffreichen Erdschichten erreichten. Die Folge sei, dass die Pflanzen teilweise absterben.

„Wir brauchen dringend Niederschlag“, sagt auch Uwe Zindel, Leiter des bis Kassel zuständigen Forstamts Wolfhagen. Schon zwischen Februar und Juli sei die Saison viel zu trocken gewesen. Wenn sich die wurzeldurchwobene Speicherschicht im Waldboden nicht bald mit Wasser sättigen könne, „müssen wir damit rechnen, dass vermehrt auch Bäume absterben“, sagt Zindel.

Beim städtischen Umwelt- und Gartenamt gibt es bereits Pläne für den Fall, dass die Trockenheit anhält. „Die Laubbäume in den Parks brauchen kein Wasser, weil sie ohne Blätter keine Photosynthese betreiben“, sagt Amtsleiterin Regula Ohlmeier. Aber die Nadelhölzer seien auf Wasser angewiesen. Sollte es nächste Woche nicht regnen, beginnen Mitarbeiter des Amtes Pflanzen zu wässern.

Von Bastian Ludwig und Axel Schwarz

Garten noch einmal richtig wässern

Böden und Pflanzen sind ausgetrocknet – Fachmann vom Landesbetrieb Landwirtschaft gibt Tipps

eit Wochen ist auch in unserer Region kaum ein Tropfen Regen gefallen. So sind auch die Böden ausgetrocknet, und es fehlte den Pflanzen die Möglichkeit, vor dem Winter noch einmal Flüssigkeit zu speichern. „Jetzt sollte man seinen Garten noch einmal richtig wässern“, rät deshalb Eberhard Walther vom Hessischen Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Angesichts der extremen Novembertrockenheit sollte man sich um Heckenpflanzen, Koniferen und Kirschlorbeer besonders kümmern, um zu verhindern, dass die Pflanzen bei kaltem Winterfrost austrocknen. Zur Vorbeugung sollte man die Pflanzen reichlich wässern und Hecken mit Laub, Rasenschnitt oder Rindenhäcksel mulchen.

Damit der Rasen gut durch den Winter kommt und sich keine Schimmelstellen bilden, sollte er mit einem Fächerbesen gründlich von Laub befreit werden. Ist er er noch einmal nachgewachsen, sollte man den Rasen noch einmal – allerdings nicht zu kurz – mähen. Am besten verwendet man dazu einen Fangkorb, um auch Laubreste gründlich zu entfernen. Auch dem Rasen tut es gut, wenn er vor dem Winter noch einmal gewässert wird, rät Walther. (hei)

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