Stadt nimmt 229 000 Euro Steuern ein  

Kassel ist öfter Zweitwohnsitz als früher

Zweites Zuhause: Auch viele Studierende an der Uni Kassel haben vorübergehend einen zweiten Wohnsitz in Kassel. Unser Foto zeigt das Studentenwohnheim an der Wolfhager Straße. Archivfoto:  nh

Kassel. Nach der Debatte um Politiker, die Steuern für ihren Zweitwohnsitz hinterzogen hatten, äußerte sich die Stadt Kassel auf HNA-Anfrage zu ihren Kontrollen in diesem Bereich. Diese fänden „stichprobenartig“ statt, sagte Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich.

Von einer hohen Dunkelziffer gehe man aber nicht aus. Seit 2009 seien die jährlichen Einnahmen aus der Zweitwohnungssteuer von 158 000 Euro auf 229 000 Euro gestiegen. Insgesamt hätten 1045 Personen (2009: 937) eine Zweitwohnung in Kassel angemeldet.

Betroffen sind von der Steuerpflicht zu einem großen Teil Studenten, die gleichzeitig noch im Heimatort ihrer Eltern gemeldet sind. Der Steuersatz beträgt acht Prozent der Nettokaltmiete. Jeder, der neben seiner Hauptwohnung eine zweite Wohnung für seinen persönlichen Bedarf oder den eines Familienangehörigen hat, sei steuerpflichtig, sagte der Stadtsprecher. Dieser müsse seine Zweitwohnung bei der Stadt anmelden. Es fänden aber auch Ermittlungen durch Außendienstmitarbeiter statt.

Das Studentenwerk Kassel weist Studenten, die sich auf der Suche nach einer Wohnung dort informieren, auf die Zweitwohnungssteuer hin.

Um es den Menschen attraktiv zu machen, ihren Hauptwohnsitz in Kassel anzumelden, erhalten Neubürger im Rathaus zahlreiche Gutscheine - unter anderem für Wanderkarten, Kulturveranstaltungen und ein HNA-Probe-Abo.

Ein Begrüßungsgeld, wie es in anderen Städten üblich ist, gibt es in Kassel nicht. (bal)

Von Bastian Ludwig

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.