Parken bei Kaufhäusern und Galerien kostet die Hälfte

Kassel: Parkhäuser bald billiger als Parktickets von der Stadt

Kassel. Wenn die Parkgebühren in Kassel ab September deutlich steigen, werden privat betriebene Parkhäuser und Tiefgaragen zur günstigeren Alternative für Innenstadtbesucher mit Auto: Die Preise fürs Parken werden dort durchweg niedriger sein als auf den Parkflächen im städtischen Straßenraum.

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Einkaufsgalerien und Kaufhäuser im Zentrum haben sich darauf verständigt, ihre Parkpreise bis auf weiteres konstant zu halten. Damit kehren sich jahrzentelang gewohnte Verhältnisse um: In der zentralen Parkgebührenzone I werden rund 1000 städtische Parkflächen an Straßen und auf Plätzen doppelt so teuer sein wie die meisten der 2500 Stellflächen privatwirtschaftlicher Betreiber.

Fahrer, die ihr Auto zwei Stunden lang etwa am Entenanger oder auf dem Karlsplatz abstellen, müssen ab Herbst vier Euro für einen städtischen Parkschein zahlen. In der Tiefgarage Friedrichsplatz oder im Parkhaus des City-Point kostet die gleiche Parkzeit dann zwei Euro, auf dem Parkdeck des Kaufhofs nur 1,50 Euro, wenn man im Haus ohnehin eine Besorgung macht.

Vielerorts kann man zusätzlich Parkgeld sparen, wenn man Bonussysteme des Einzelhandels und der Parkhausbetreiber nutzt. Aus Sicht der Stadt ist es erwünscht, wenn Fahrer mehr auf die privaten Angebote zurückgreifen. Um den Parkplatzsuchverkehr einzuschränken, solle die Parkhausnutzung attraktiver gemacht werden, sagte Stadtbaurat Christof Nolda am Montag im Stadtparlament, wo die Gebührenerhöhung beschlossen wurde.

Für die Gemeinschaft der City-Kaufleute sagte Vorsitzender Gerhard Jochinger, nach fast zwei Jahrzehnten Parkgebührenstabilität sei die städtische Preiserhöhung „ein ganz normaler Vorgang“, auch wenn dies in der Kaufmannschaft niemand wolle. Jochinger gehört zu jenen geschäftlichen Akteuren in der Innenstadt, die in ihrer Eigenschaft als Parkhausbetreiber von der Verschiebung im Preisgefüge profitieren.

Von Axel Schwarz

Rubriklistenbild: © dpa

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