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„Kostet Zeit und ist nervig“: Pflegekräfte fordern extra Parkplätze im Kasseler Stadtgebiet

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Muss oft lange nach einem Parkplatz suchen: Kathrin Amend, Chefin des „Ambulanten Pflegeteams“ in Niederzwehren, hat auch Kunden in der Silberbornstraße. Hier müsse sie manchmal auch den Wagen auf dem Gehweg oder im Halteverbot abstellen.
Muss oft lange nach einem Parkplatz suchen: Kathrin Amend, Chefin des „Ambulanten Pflegeteams“ in Niederzwehren, hat auch Kunden in der Silberbornstraße. Hier müsse sie manchmal auch den Wagen auf dem Gehweg oder im Halteverbot abstellen. © Andreas Fischer

Pflegekräfte müssen oft lange nach einem Parkplatz suchen, um ihre Kunden versorgen zu können. Deshalb fordern sie jetzt weitere Erleichterungen bei der Parkplatzssuche.

Kassel – Weil die Parkplätze in der Innenstadt so rar sind, nimmt Kathrin Amend, Chefin des „Ambulanten Pflegeteams“ aus Niederzwehren, dort gar keine neuen Kunden mehr an. Zu stressig und zeitintensiv sei die Suche nach freien Parkplätzen. Aber nicht nur in der Innenstadt. Auch in manchen Wohngebieten müsse sie bis zu 15 Minuten nach einem Parkplatz suchen, bevor sie ihre Klienten versorgen könne.

Amend schlägt deshalb vor, dass in Kassel extra Parkplätze für Pflegekräfte eingerichtet werden.

„Die Parkplatzsuche kostet Zeit und ist nervig“, sagt Caritas-Geschäftsführer Alexander Ponelies, der auch Vorsitzender des „Trägerverbunds ambulanter Dienste in der Stadt Kassel“ ist. Der Kooperationsverbund von Pflege- und Assistenzdiensten vertritt zum Beispiel neben der Caritas, die Awo und die Diakoniestationen Kassel.

Pflegekräfte in Kassel fordern eigene Parkplätze

Die Parkplatzsuche, mit der Pflegekräfte Tag für Tag beschäftigt sind, sei schon lange ein Problem, sagt Ponelies. Man habe schon auf verschiedenen Ebenen angefragt, um die Situation zu verbessern. Bislang hätten die Bemühungen aber noch nicht zum Erfolg geführt. Dass für Pflegekräfte in Kassel eigene Parkplätze ausgewiesen werden, daran glaubt Ponelies nicht. Das ist in seinen Augen „utopisch“. Die dauerhafte Reservierung von Stellplätzen nur für bestimmte Pflegedienste im öffentlichen Verkehrsraum sei nicht zulässig, erklärt ein Sprecher der Stadt. Er verweist aber darauf, dass es in Kassel seit Jahren Ausnahmegenehmigungen für Autos von Pflegediensten während der Hausbesuche gebe.

Helga Engelke, Vorsitzende des Seniorenbeirats, reichen diese Erleichterungen noch nicht aus. Das Thema müsse dringend angegangen werden. Auch die Kandidaten für das Kasseler Oberbürgermeisteramt sehen Handlungsbedarf. Pflegeparkplätze halte sie in Kassel für unbedingt notwendig, sagt zum Beispiel Isabel Carqueville (SPD). Eva Kühne-Hörmann (CDU) schlägt ein digitales Parksystem vor, bei dem Pflegedienste und Hausärzte mit einer kennzeichenbezogenen Lösung Sonderrechte erhalten sollen.

Hintergrund: Laut Stadt Kassel erhalten Pflegedienste auf Antrag Ausnahmegenehmigungen

Laut Stadt erhalten Pflegedienste auf Antrag für ihre Pkw Ausnahmegenehmigungen mit Parkerleichterungen: im eingeschränkten Halteverbot bis zu drei Stunden, auf zeitlich beschränkten Parkplätzen (Parkscheibe) über die zugelassene Zeit hinaus, auf Gehwegen, in verkehrsberuhigten Bereichen auch außerhalb markierter Parkflächen, auf Bewohnerparkplätzen bis zu 3 Stunden. Sie gelten nur, wenn es in zumutbarer Entfernung keine reguläre Parkmöglichkeit gibt. (use)

Wut über Strafzettel: Die Parkplätze von Rewe, Aldi und weiteren Geschäften in Kassel werden seit Januar digital überwacht. Parksünder werden seitdem zur Kasse gebeten.

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