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Kassel: Geänderte Pläne für den Brüder-Grimm-Platz - Neue Verkehrsregelungen sollen kommen

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Von: Thomas Siemon

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Aus der Vogelperspektive: So könnte der Brüder-Grimm-Platz nach dem Umbau aussehen.  In der Mitte gibt es Straßenbahnschienen in beide Richtungen rechts und links von dem Mittelstreifen.
Aus der Vogelperspektive: So könnte der Brüder-Grimm-Platz nach dem Umbau aussehen. In der Mitte gibt es Straßenbahnschienen in beide Richtungen rechts und links von dem Mittelstreifen. © Visualisierung: Club L94

Mit dem Umbau des Brüder-Grimm-Platzes soll sich auch die Verkehrsführung in der Kasseler Innenstadt ändern.

Kassel – Die überarbeiteten Pläne für die umstrittene Neugestaltung des Brüder-Grimm-Platzes in Kassel liegen jetzt auf dem Tisch. Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) hat sie im Ortsbeirat Mitte präsentiert. Aus den Vorlagen wird deutlich, dass sich die Verkehrsführung rund um die Rathauskreuzung ändern soll. Wer über die Wilhelmshöher Allee in die Stadt fährt, wird an dieser Kreuzung nicht mehr nach links abbiegen können. Dafür soll es schon früher eine Alternative geben. Deshalb wolle man einen neuen Linksabbieger über die Ulmenstraße Richtung Königstor und Friedrich-Ebert-Straße einrichten.

Nach Angaben von Nolda geht es um 1500 Autos am Tag, die bislang aus dieser Richtung über die Rathauskreuzung fahren. Das sei recht wenig. Zum Vergleich: Auf städtischen Hauptverkehrsstraßen seien es 15.000 bis 30.000 Fahrzeuge in 24 Stunden. Der Rechtsabbieger vor dem Hotel Hesssenland in Richtung Hugenottenhaus und Fünffensterstraße soll bleiben.

Grafik: Geänderte Verkehrsführung in der Kasseler Innenstadt.
Geänderte Verkehrsregelungen in der Kasseler Innenstadt sollen kommen. © HNA

Kassel plant neue Verkehrsführung an Rathaus-Kreuzung

Eine weitere Änderung ist dagegen an der Rathauskreuzung aus Richtung Trompete vorgesehen. Dort wird man zwar noch nach links zur Wilhelmshöher Allee abbiegen können. Die Zufahrt von hier in die Friedrichstraße Richtung Königstor soll aber gesperrt werden. Davon erhoffen sich die Planer einen besseren Verkehrsfluss. Als Alternative ist ein neuer Linksabbieger von der Fünffensterstraße vorgesehen. Hinter dem Parkhaus soll es dann zur Friedrichstraße gehen.

Auch die Planungen für die Platzgestaltung wurden überarbeitet. Zwischen den 70 Rotkiefern, die dort an mehreren Bauminseln vorgesehen sind, wird es deutlichere Sichtachsen geben. Zum Beispiel zur Wilhelmshöher Allee, aber auch von der Oberen Königsstraße zum Turm des Hessischen Landesmuseums.

Die überarbeitete Version ist nach Angaben von Nolda bereits im Magistrat besprochen worden. Sie soll Grundlage für die weitere Diskussion vor einem Beschluss der Stadtverordneten sein. Zunächst war der Brüder-Grimm-Platz bereits Thema im Ortsbeirat Mitte.

Neue Pläne für den Umbau des Brüder-Grimm-Platzes in Kassel

Der Umbau des Brüder-Grimm-Platzes wird rund zehn Millionen Euro kosten. Dafür gibt es eine Förderzusage des Bundes in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Topf für nationale Projekte des Städtebaus – eine Art Bundesliga für herausragende Standorte. In diesem Fall hängt das mit dem Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe und der Verbindung zur Kasseler Innenstadt über die weitgehend mit einem grünen Rasengleis versehene Wilhelmshöher Allee zusammen.

Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes in Kassel - das wird diskutiert:

Für die Umgestaltung gab es einen Wettbewerb. Das Ergebnis ist im Vorfeld der weiteren Beratungen im Ortsbeirat, im zuständigen Ausschuss sowie für die Stadtverordnetenversammlung überarbeitet worden. Dabei hat es nach Angaben von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) auch eine Bürgerbeteiligung mit Anwohnern sowie Schülerinnen und Schülern des nahe gelegenen Friedrichsgymnasiums gegeben. Folgende Aspekte spielen bei den Planungen eine Rolle.

Die Bäume: Auf dem neu gestalteten Brüder-Grimm-Platz soll es mehrere Bauminseln geben. Vorgesehen ist, dass dort um die 70 Rotkiefern gepflanzt werden. Und zwar schon relativ große Bäume mit einer Höhe von etwa zwölf Metern. Das sei eine heimische Baumart mit tief in die Erde reichenden Wurzeln, die mit wärmeren Temperaturen und trockenen Sommern gut zurechtkomme, sagt Nolda. Wie bei anderen Stadtbäumen auch, werde sich das Umwelt- und Gartenamt um die Kiefern kümmern müssen. Aktuell gebe es Bestrebungen, mit den Anliegern über die Nutzung von Regenwasser von den Dächern zu reden. Die geplante Pflanzung der Kiefern sorgte bereits für ordentlich Zündstoff.

Der Verkehr: Die Rathauskreuzung soll entlastet werden. Ohne den Linksabbieger von der Wilhelmshöher Allee gebe es für alle anderen Verkehrsbeziehungen längere Grünphasen. Zudem sei es leichter möglich, vom Königstor über die Friedrichsstraße in Richtung Hotel Hessenland und Hugenottenhaus die Kreuzung zu überqueren.

Der Denkmalschutz: Nach Angaben von Christof Nolda gab es Gespräche mit dem Denkmalschutz. Der Tenor: Insgesamt bleibt es bei der ablehnenden Haltung. Dem Projekt werden aber keine Steine in den Weg gelegt. Es gibt einige Zugeständnisse. Stichworte sind historische Wegmauern sowie die kleine Allee vor dem Landesmuseum.

Die Politik: In Erinnerung ist noch der Stopp der Planungen am Karlsplatz für ein documenta-Institut. Da hatte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) nach einer Unterschriftenaktion die Reißleine gezogen. Aktuell sei man sich beim Thema Grimmplatz einig, dass alle Vorbereitungen auf der Grundlage der jetzt präsentierten Vorlagen fortgesetzt werden sollen. Ob es dann auch für eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung reicht, wird man sehen. (Thomas Siemon)

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