Staatsschutz ermittelt

Politisch motivierte Tat? Nach Millionensanierung - Unbekannte beschmieren Ehrenmal

Ehrenmal in der Kasseler Karlsaue
+
Das Ehrenmal in der Kasseler Karlsaue wurde von Unbekannten beschmiert.

Erst seit wenigen Tagen ist das Kasseler Ehrenmal wieder geöffnet. Es erinnert an die Toten der beiden Weltkriege. Am Wochenende wurde es nun direkt beschädigt.

Kassel- Sechs Jahre lang war das Ehrenmal in der Karlsaue gesperrt. 3,3 Millionen Euro hat die Museumslandschaft Hessen (MHK) in seine Sanierung gesteckt. Seit wenigen Tagen ist die Anlage, die an die Toten der beiden Weltkriege erinnert, wieder geöffnet. Und am vergangenen Wochenende ist das Ehrenmal gleich wieder beschädigt worden.

Unbekannte haben zwischen Freitagvormittag, 10 Uhr, und Montagmorgen, 8 Uhr, den aufwendig sanierten Sandstein der Anlage mit roter Farbe und weißer Gipsmasse beschmiert. Insgesamt sind laut Polizeisprecher Matthias Mänz insgesamt 34 Steintafeln in der Anlage beschädigt worden. Zudem hinterließen die Täter den Schriftzug „Kein Gedenken den NS-Verbrecher*innen“ auf einer Mauer in der Anlage und bedeckten eine Wandtafel mit einer hölzernen Platte, die die Aufschrift „Deutschland muss sterben, damit wir leben können“ trägt. Nach Schätzungen der Polizei beläuft sich der Schaden auf rund 30 000 Euro.

Die Polizei ermittele nun wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs. Aufgrund der erkennbar politischen Tatmotivation würden die weiteren Ermittlungen von den Beamten der Kriminalinspektion Staatsschutz geführt.

Ein Mitarbeiter des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen hatte die Beschädigungen am Montagmorgen entdeckt und die Polizei gerufen.

Die Schmierereien in dem Ehrenmal sollen so schnell wie möglich entfernt werden, sagt MHK-Sprecherin Lena Pralle. Schließlich solle die sanierte Anlage im November mit einer Feier wieder offiziell eröffnet werden. Bei der MHK sei man sich nicht sicher, welche politischen Interessen hinter der Tat stecken, so Pralle. Schließlich sei auch eine Tafel beschmiert worden, auf der an jene Soldaten erinnert wird, die sich dem Dienst für die nationalsozialistische Gewaltherrschaft verweigerten und dafür getötet wurden. Die MHK-Sprecherin stellt klar, dass das Ehrenmal nicht nur eine Gedenkstätte für gefallene Soldaten, sondern für alle Opfer von Kriegen sei. Hinweise: Tel. 05 61/9100. (Ulrike Pflüger-Scherb)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.